Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A. Goldscheider: Über eine Beziehung zwischen Muskelkontraktion und Leitungsfähigkeit der Nerven. Zeitschr. für Klin. Medicin, B. XIX, H. 1 u. 2, 1891, S. 2-31
Person:
Asher, Leon
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14778/1/
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Liüeraturbericht. 
5. Dieser Zustand weist auf eine Schädigung hin, welche die Kerne 
oder Wurzeln des Rückenmarkes, nicht aber die peripherischen Nerven, 
oder Muskeln direkt betroffen hat. G. E. Müllek (Göttingen). 
A. Goldscheider. Über eine Beziehung zwischen Muskelkontraktion 
und Leitungsfähigkeit des Nerven. Zätschr. für Klin. Mediän, B. XIX. 
H. 1 u. 2 (1891) S. 2—31. 
G. führt den experimentellen Nachweis, dafs Kontraktionsformen 
des Muskels, die sonst zu den qualitativen Abweichungen gezählt wurden, 
lediglich durch eine Veränderung der Nervenleitungsfähigkeit erzeugt 
werden können. Wurde durch Alkoholdämpfe oder Kokain eine Strecke 
des Nerven in ihrer Leitungsfähigkeit herabsetzt, so zeigten sich bei 
einem central von dieser Stelle applizierten Reize sowohl bei Einzel¬ 
zuckung, wie summierten Zuckungen und Tetanus kurvenmäfsig die Er¬ 
scheinungen, die man an dem ermüdeten Muskel beobachtet, während 
bei gleichen Reizbedingungen ein peripher applizierter Reiz den normalen 
Vorgang auslöste. Verstärkung des Reizes auf der centralen Seite, 
Schwächung auf der peripheren führten aber zum Ausgleich der Er¬ 
scheinung. Andere, gemeinhin dem Muskel zugeschriebene Besonder¬ 
heiten, wie latente Summation, Anfangszuckung und rhythmische Kon¬ 
traktion liefsen sich durch geeignete Versuche auf Herabsetzung der 
Leitungsfähigkeit des Nerven zurückführen. Für die Pathologie ins¬ 
besondere sind diese Ergebnisse nicht unwichtig. 
Asher (Heidelberg). 
0. Damsch. Über Mitbewegungen in symmetrischen Muskeln an nicht 
gelähmten Gliedern. Zeitschr. für Min. Medizin. Bd. 19, Suppl., 
(1891) S. 170 ff. 
Verf. hat 2 Individuen beobachtet, an denen diese seltene Art von 
Mitbewegungen auftrat, und fand folgendes: 
Bei beabsichtigter Ausführung irgendwelcher, noch so komplizierter 
Bewegungen an der einen Extremität traten genau die gleichen Be¬ 
wegungen an der andern Extremität auf. Dieser Zwang zu symmetrischen 
Mitbewegungen erstreckte sich auf das gesamte Muskelgebiet des Rumpfes 
und der Extremitäten, während die Muskeln des Gesichts auffallender¬ 
weise davon verschont waren. 
Die Mitbewegungen waren um so ausgeprägter, je energischer und 
je schwieriger die Ausführung der willkürlichen Bewegungen der andern 
Seite war. 
Die Mitbewegungen waren bei willkürlicher Innervation rechts- 
seitiger Muskeln und linksseitigem Auftreten der Mitbewegungen stärker 
ausgesprochen, als im umgekehrten Falle. 
Aufser dem Zwange zu symmetrischen Mitbewegungen war keinerlei 
Störung der Motilität an den Patienten zu beobachten. Die letztem 
zeigten bei den gewöhnlichen Bewegungen niemals auffällige Mitbe¬ 
wegungen in benachbarten Muskeln derselben Seite; auch konnte 
niemals eine Steigerung der Reflexe oder ein Überspringen derselben 
auf die andere Seite beobachtet werden. Bemerkenswert ist die (vom 
\ erf. bei seinen theoretischen Ausführungen nicht weiter berücksichtigte)
        

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