Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über das Ei der Säugthiere und Herrn Cuvier's Lehre darüber: Aus den Mém. de la soc. méd. d'émulat., Ann. VIII, 1817, p. 760
Person:
Dütrochet
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14747/8/
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fehle!trugen, gelblichen, fein angebliches Chorion äufser- 
lich bekleidenden Ueberzug, den ich zwar bei 15 Tage, 
nicht aber bei 8 Tage alten Kaninchenfötus fand. Die 
caduca, Herrn Cuvier s Chorion, verfehwindet gegen den 
I5’en Tag, der Schleim bleibt und füllt auch die leeren 
Stellen der Gebärmutter an. 
Eben fo lind die einander berührenden Abfelmitte 
der Nabeiblafe zu einer Haut verwachfen. welche lieh nicht 
mit dem Amnion verbindet. 
Me n f c h lieh es Ei. 
Im frifchen Zuftande konnte ich das menfchlicbe Ei 
nicht, wohl aber ein in Weingeift aufbehaltnes von etwa 
zwei Monaten unterfuchen. Aenfserlich fanden lieh eini¬ 
ge Stücke von Hunters Caduca ; dann folgte das Chorion 
als dichtes Gcfäfsgewebe zwifchen einer fehr dünnen puf¬ 
fern und einer ähnlichen innern Oberhaut, welche das 
erfte Blatt der gefäfslofen Allantois der Säugthiere ift. Un¬ 
ter dem Chorion lag die, gleichfalls gefäfsreiche mittlere 
Haut, dicker als bei irgend einem andern Fötus, deren 
äufsere Fläche eine feine, fefranhängende Oberhaut, das 
zweite Blatt der gefäfslofen Allantois zeigte, deren innere 
fett mit dem Amnion verwachfen war. Chorion und mitt¬ 
lere Haut hingen nur gegen die Mitte der Placenta zufam- 
men. Später wird (liefer Zufammenliang fefter und dann 
fcheint der meniehliche Fetus nur eine, inwendig vom 
Amnion bekleidete Hülle zu haben. Bei den Plantigra« 
den wurde dafielbe bemerkt. 
Ich glaube faft, dafs früher im menfchlichen Ei das 
Chorion und die mittlere Haut ganz getrennt, der Ura¬ 
chus auf der äufsern Fläche der mittlern Haut geöffnet il'r, 
und der Harn durch ihn in die Höhle zwilchen Chorion. 
und ihr, d. h. in die Höhle der Allantois, tritt. Die Nabel- 
blafe habe ich nicht gefucht, indeflen liegt lie bekanntlich 
hier an derleiben Stelle als bei den meiften Säugthieren. 
S c h 1 u f s. 
Aus diefer Reihe von Beobachtungen ergiebt heb die 
vollkommenfte Analogie zwilchen dem Ei der Säugthiere 
und der Vögel. Chorion und mittlere Haut lind in beiden An¬ 
hänge der Harnblafe ; Nahelblafe und Dotter find Anhänge
        

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