Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die Fötushüllen: Aus den Mém. de la soc. méd. d'émulat., Ann. VIII, 1817, p. 1-64
Person:
Dütrochet
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14741/35/
feyn. und in ihre Subftanz die beiden Nabelblafenhörner 
aufnehmen wird. 
So können alfo diefe beiden, dem erften A.nfebein 
nach wefentlichen Unterfchiede zwifehen den Hüllen des 
Schaf.' • und Vogelembryo fehr woiil aus der heim !e»z- 
tern beobachteten Entwicklungsweife hervorgehen Wirk¬ 
lich ift auch die gefäfslofe Allantois des Schahsfötus keine 
Fortfetzung der ganzen Harnblafe. Diele fand ich in der 
fünften Beobachtung aus zwei gefifslofen Häuten gebil¬ 
det, zwilchen welchen die Nabelpulsadern und die ihr 
angehörigen Gefäfse liegen. Offenbar aber fetzt lieh die 
gefäfslofe Allantois nur in die innere Haut der Blafe fort, 
wird von der äufsern durch die Nabelpulsadern getrennt 
und fcheint daher nur eine Fortfetzung der Innern Ober¬ 
haut zu feyn, welche lieh durch eine eigenihümliehe Ent¬ 
wicklung von dem, durch lie bedeckte Gefäfsnetz ge¬ 
trennt batte. 
Die Gefäfshäute des Säugthierfötus entftehen daher 
auf diefelbe Weife als die des Hühnchens, durch eigen¬ 
tümliche Entwicklung des Grundes der Harnblafe, der 
durch die Nabelöffnung dringt. 
Zu den Vorigen kommen noch andre Gründe, 
Oben wurde die Identität der Nabelhi/ut- oder Chn- 
rioneefäfse des Hühnchens und der Churiungefäfse des 
Säugtluerembryo gezeigt. Diefe weift aber olfcnbar auf 
Identität derOrgane hin, auf welchen he lieh vei zweigen. 
Da dies aber beim Hühnchen eine eigne Entwicklung der 
Blafe ift, fo mufs es lieh beim Säugthierembiyo eben fo 
verhalten. 
Die Identität zwifehen Dotter und Nabelblafe ift 
lingft anerkannt. Beide liegen an der feilten Stelle zwi- 
fclten Airmion und mittlerer Haut, und diefe Ueberein- 
kunft der Lage kann nur von einer Analogie im Mecha¬ 
nismus der Entwicklung beider herrühren, der beim 
Hühnchen nachgewtefen wurde. 
Ift überhaupt Analogie und Induction zuläffig, fo ift 
fie es gewifs hier, fofern die lebende Natur immer gleich¬ 
artige H.rfcbeinungen auf diefelbe Weife hervor bringt. 
Zu den rationellen Beweisgründen kommen übrigens 
mehrere directe. Dahin gehören; l) die nachgewiefene 
Anwefenueit der VerbindungsßelU in de»' erften Zeit nach
        

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