Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die Fötushüllen: Aus den Mém. de la soc. méd. d'émulat., Ann. VIII, 1817, p. 1-64
Person:
Dütrochet
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14741/2/
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Das Ei des Huhns, fo wie das Vogelei überhaupt, liât 
bekanntlich eine kalkige, poröfe Schale. Unter diefet 
liegt eine ziemlich dichte Haut, welche gewöhnlich die 
gemeinfchaftliihe, beffer die Schalenhaut heifst, und aus 
zwei Blättern belteht. Eine der erfien Folgen der Bebrü¬ 
tung ift die Verdnnfmng des fliifiigften. Theiies des Eiwei- 
fses und dadurch die Erzeugung eines leeren Baumes im 
Innern des l ies. Er befindet lieh zwilchen diefen beiden 
Blättern anr fturnpfen Ende des Eies, und enthält Luft. 
Das äufsere Blatt bleibt au der innern Fläche der Schale, 
das innere folgt dem tiweifs, welches lieh von ihr ent¬ 
fernt. Der Doller verläfst bald den inittlern Theil des 
Eiwei fses, der Hagel (Chalaza) des fturnpfen Endes trennt 
lieh von der Schalenhaut, hierauf erhebt lieh der Dotter 
gegen den obern Theil des Eies und legt lieh an die Scha- 
iftïihaut, wodurch die Narbe oder der Hahnentritt fo zu 
liegen kommt, dafs der in ihr enthaltne Embryo die Ein¬ 
wirkung der Luit erleiden kann, welche er zum Ath- 
meii, mithin dein Leben und der Entwicklung bedarf, 
Indeffen wird das Hühnchen von einem, aus Blutgefdfsen 
gebildeten Hofe umgehen, der heb allmählich ausdehnt. 
Dies lind die Dottergeiafse, welche in diefer Petiode ei¬ 
nen dreifachen Zweck haben , indem lie zum Athrnen, 
zur Aufnahme des Dotters und des Eiweifses dienen, '.veil 
die A rir.'.'.-ae/f (Membrana umbilicalis), oder das Chorion, die 
J pâte thm das Envoi fs umhüllt, jetzt noch nicht vorhanden 
ift. Et der That ift dev Dotter am dritten Tage der Be¬ 
brütung von einer feinen, ilurchfichtigen, gefäfslofen Haut 
umgehen. Sie ilt eine wahre Überbaut, welche auch vor¬ 
her fehon. befteht, aber erft jetzt voliftändig vom Dotter 
abgezogen werden Latin. Mit dir gehen die beiden Cha- 
lazen ab, zum Bewertet, dais be eine Fortfetzung diefer 
DoVterhaut lind. Da d :r Oofähhuf, wie das Hühnchen 
fei hit, unter ihr liegen, Io erftreckt lieh offenbar je'zt kein 
Embryotheil zum Eiwetfs, und dies il’t daher beftimmt 
urfprünglich nicht vom Chorion umgehen. Indeffen hat 
die von den (.»eu Usera des Hühnchens aiifeenoinrnene Ei- 
weifslhiüigkeit nicht nur zur Ernährung défiéiben, fon- 
dern auch zur Verdünnung des Dotters gedient. Die¬ 
fer lit an längs dick und fcliieimig, vom dritten Tage der 
Bebrütung an aber lehr iiüfixg, und zugleich ift er durch
        

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