Bauhaus-Universität Weimar

felien Abhandlung fehlen foil, im Stande wäre, he 
diefes Namens würdig zu machen: dann hätte lie mei¬ 
ner Meinung nach in hohem Maafse Anfprucli dar¬ 
auf. Die spräche ift fiiefsend, fchon, blühend, bil¬ 
derreich, a'tertliümlich. Es weht darin ein Hauch 
der aiten Latinität. Sprachkenner, denen Uh die 
Abhandlung vorJegte und denen volle Gom.pereiiz ge¬ 
bührt, ftimmten darin überein. Im Gebiete der ob- 
ftetncifchen Literatur, fo weit es mir bekannt ift, 
möchte in der Hinlicht fob wer etwas .Belfere1' aufzu- 
weifen feyn. Streng genommen ui die Sprache in 
liinlicht der Conftruction und des Wuiu;ebranches, 
liier und da weniger correct, als die des greisen Leh¬ 
rers, den ich ichon Ce!jus inter embi*\t.dcos habe nen¬ 
nen gehört : dagegen ift lie landlub ber. Ueher ei¬ 
nen Gegeüftand , wie der in Rede liebende, heb fo 
klar, kurz and Ichon in jener Sprache auszudiük- 
ken, dt eines Meiiters nicht unwürdig *). 
i) Kaum kann ich rnir’s verfaßen, liier eine Bemerkung beizu- 
filgen, die lieh mir bei dieler Arbeit oit aulgedrungen hat: 
'Eigen ift. cs, difs der GeburtshüUekun '.e zwei Manner in der 
Bl the des Lebens durch den Tod gerauht wurden, die beide 
noch zu greisen Erwartungen für diefe Wilfenfchaft berech¬ 
tigten : Jlöderer und Solayrcs. Es fey mir vergönnt, eini¬ 
ges rielmhclie, was lie mit einander hatten, zu berühren; 
Beide waren reich begabt mit Anlagen, beide waren gründ¬ 
liche Gelehrte und im Befitze der zum Geburtshelfer (im 
ächten Sinne de. Wortes') erforderlichen Vorkenntmffe und Ne- 
benwiflenfehaften. Eine hohe Anlicht von der Wichtigkeit des 
Berufes, dem he entgegen gingen, war beiden eigen; darum 
bereiteten he lieh viel und lange vor, bis ne iich der Weihe 
fur würdig hielten. Sie waren beide Aerzte, beide eifrige 
Beobachter, und mit gleich warmer Vorliebe für Anatomie 
und Geburtshilfe erfüllt. In diefer Kunft ward Solayrcs 
roch der belehrende Umgang eines Melkers zu Theil, def- 
fen Unterricht Rüderer genoffen hatte. Auf ihn palst, 
was Haller von diefem fagt: „Vir brevis aevi, qui in ob* 
„ftetricia arte, perinde nt in anatome, magnam fui fpem ex- 
„citaverat. — Die Betrachtung einiges verfehledenen zwi- 
fcheu Beiden, befonders rückfichtlich der Umftande, die lieh
        

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