Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
J. Gaule: Die Ringbänder der Nervenfaser, Mitgeteilt nach Unersuchungen von Dr. Johansson. Centralblatt für Physiol. V., No. 11, 29. Aug. 1891
Person:
Ebbinghaus, Hermann
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14729/1/
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IÂtteraturbericht. 
Zur Vervielfältigung mittelst eines photographischen Verfahrens be¬ 
stimmten mich verschiedene Umstände. Die Zeichnungen, die wir vom 
Nervensystem besitzen, sind mehr oder weniger schematisch. Es ist 
nicht möglich, alle Details, die ein Präparat zeigt, mit dem Griffe 
wiederzugeben. Ferner leiden viele der Abbildungen von Schnitten 
durch das Gehirn unter einer subjektiven Auffassung des Zeichnenden. 
Deshalb wurde auch in dem vorliegenden Werke jedwede Retouche ver¬ 
mieden. Somit ersetzen diese Photographien auch zum Teil die Prä¬ 
parate selbst. 
Der Atlas giebt vermittelst 29 Abbildungen eine vollständige Über¬ 
sicht über den Faserverlauf im centralen Nervensystem, als auch über 
die Form der dasselbe zusammensetzenden einzelnen Gebilde. Die erste 
Tafel zeigt Präparate vom Rückenmark. Dann folgen Querschnitte durch 
die medulla oblongata und pons, hierauf Schnitte durch das ganze Gehirn 
in horizontaler, frontaler und sagittaler Richtung. 
Ich glaube, der Lernende und Lehrende wird in vorliegendem Atlas 
manches finden, was ihm bisher keine Zeichnung gezeigt hat. Es werden 
ihm sicherlich auch einzelne Verhältnisse klarer werden, und wird er eher 
imstande sein, sich an der Hand dieser Tafel in seinen Präparaten zu orien¬ 
tieren, als mit Hülfe der Schemata. Die Erläuterungen wurden möglichst 
eingehend gegeben, d. h. so, dafs fast alle Punkte des Bildes bezeichnet 
worden sind. Von einer zusammenhängenden Darstellung der Anatomie 
des Nervensystems glaubte ich Abstand nehmen zu können und zu 
müssen, denn einerseits besitzen wir eine grofse Anzahl descriptiver 
Anatomien des Nervensystems, andererseits wäre ich nicht in der Lage 
gewesen, über einige Bildungen, die in den Photographien zwar klar 
zu erkennen sind, über deren Schicksal in anderen Ebenen aber noch 
nichts Definitives auszusagen ist, Auskunft zu geben. 
J. Gaule. Die Ringbänder der Nervenfaser. Mitgeteilt nach Unter¬ 
suchungen von Dr. Johansson. CentraTblatt für Physiol, V., No. 11, 
29. Aug. 1891. 
Durch eine besondere Färbungsmethode brachte Joh. an peripheren 
Nervenfasern des Frosches und Kaninchens eigentümliche Querbänder 
hervor, die in ihrer Lage den ScHMiDT-LANTERMANNSchen Einkerbungen 
des Nervenmarks entsprechen. Gaule sieht darin eine Bestätigung seiner 
in dieser Zeitschr. (II., 1, S. 18) ausgesprochenen Vermutung, dafs die 
durch jene Einschnürungen abgeteilten Markstulpen einer ursprünglichen, 
allerdings modifizierten zelligen Gliederung der Nerven entspringen. 
Ebbinghaus. 
M. Knies. Ueber die centralen Störungen der willkürlichen Augen¬ 
muskeln. Arch, für Augenheilk. XXII. (1890.) S. 19—51. 
Bekanntlich haben Schäfer sowie Munk und Obregia vor einigen 
Jahren nachgewiesen, dafs elektrische Reizung der Sehsphäre assoziierte 
Augenbewegungen nach der entgegengeeetzten Seite auslösen. Unter 
Berücksichtigung dieser Versuchsresultate, sowie gestützt auf allgemeine
        

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