Bauhaus-Universität Weimar

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G. Sergi. 
frischer Reizung konstatiert ist (Richet). Diese Phänomene 
treten hingegen ein, wenn man die Tastempfindung in Druck¬ 
empfindung umgewandelt hat, wenn man nämlich durch Druck 
eine abgestumpfte Spitze in die Hautoberfläche eindringen 
läfst, und wenn also ein breiter, über eine grofse Oberfläche 
ausgedehnter Reiz von speziellem Charakter vorliegt. 
5. Es scheint, dafs für Tastreize jenes primäre Stadium 
einer mehr oder weniger langen Entwicklung, wie man es 
z. B. als Anklingen der Gesichtsempfindungen kennt, nicht 
vorhanden ist. Vielmehr scheint es, dafs ein Reiz von rein 
mechanischem Charakter hier den Effekt unmittelbar hervor¬ 
bringt, und dafs, wenn er ihn nicht im ersten Augenblick hervor¬ 
bringt, überhaupt gar kein Nutzeffekt zu stände kommt. So 
würde auch das Fehlen der Nachdauer, abgesehen von der 
Schwäche der Reizung, noch durch die Abwesenheit eines 
Entwicklungsstadiums in den Endorganen der Tastnerven er¬ 
klärlich werden. 
Wenn aber doch eine Art Anklingen im Spiele ist, so kann 
es nur eine geradezu unmefsbare Zeitdauer in Anspruch nehmen, 
da man eine Reihe von Empfindungen noch bei einem Intervall 
von Viooo Sekunde wahrnehmen kann. 
6. Auf der Schleimhaut der Eichel giebt es keine Em¬ 
pfindung von rein taktilem Charakter, wie sie sich auf der 
übrigen Haut findet.1 
1 Diese meine Beobachtungen waren im Druck, als ich von den 
Versuchen von Rumpf und Schwaner in Marburg erfuhr, welche zu 
klinischen Zwecken mit der Stimmgabel-Methode angestellt wurden. Ich 
habe sogleich von den Versuchen Schwaners (die Prüfung der Haut- 
sensibilität vermittelst Stimmgabeln bei Gesunden und Kranken, Mar¬ 
burg, 1890) Kenntnis nehmen können und habe gefunden, dafs sie mir 
zu einer Abänderung meiner Schlüsse keinen Anlafs geben.
        

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