Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kurze Darstellung einiger anatomischen, physiologischen und pathologischen Untersuchungen: Mém. de la soc. médic. d'émulat., Tom. VIII, 1817, p. 604-631
Person:
Ribes
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14695/14/
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kttöcherungan weicher Theile und die Steinhildrngcn in 
den Harn Werkzeugen am häuHg'ften. 
Ein 55 Jahr alter Mann ftarb, nachdem er dreimal 
in 18 Monaten die Steinoperation erlitten hotte, bald nach 
der letzten. Bei der Oeffnung fand ich die Nieren, Harn¬ 
leiter und die Blafe mit mehreren Hunderten kleiner Stei¬ 
ne angefällt. IVJ.an darf weniglteirs vertrunken, dafs Ec auf 
Eoften des Knocbonl'yftems gebildet'waren, da diele fo 
verkümmert und feit wach waren, dafs ha dem Drucke 
leicht nacSigaben und ohne Id übe zerbrochen wurden. 
Beim Umkehren der Leiche zerbrachen die Wirbel, wäh¬ 
rend die Zwncl.cn wi rbalbilnder unverletzt blieben, und 
das Skelett konnte nv« ht erhalten werden. Der Mann 
war bis zum 5often Jahre grofs und ftark gewefen, jetzt 
aber in einen Z-titan J von zu frühem Greifenthum ver¬ 
fallen, To dafs man ihn für 75 Jahr alt halten konnte. 
Kopf und Stamm waren vorwärts geneigt, und dar Körper 
durch die Evv/ckhuna und das Zufammenüuken des Kno- 
chenfyftems um ein Visrtheil vermindert. 
Im Allgemeinen Lallen lieh die Knochen von Alten 
fchwer erhalten. Iure Suhftanz ift ficlitbar verändert, und, 
gegen die gewöhnliehe Meinung, habe ich fie weniger dicht, 
weifs und fchwer als die von Erwachfencn gefunden. 
Die Rinde ift dünner, die Zellen lind weiter, ihre Wän¬ 
de dünner und die Venenkanäle gröfser. Die Markhöhle 
vergröfsert fich mit dem Alter. Hiernach hängt wohl die 
gröfsre Brüchigkeit aller Knochen vielmehr von Abnahme 
aller, das Knochengewebe bildenden Theile, als der Gal¬ 
lert und Uebermaafs des phosphorfauren Kalkes ab. 
So lind alfo im Leben die Knochen den Gefetzen der 
lebendigen Zerfetzung unterworfen. Die zerfetzten Thei¬ 
le treten wieder in den Kreislauf, und wahrfcheinlich ge- 
febieht dies vermiltelft der Venen, da die Anwefenheit von 
Saugadern in den Knochen keine.sweges erwiefen ift. 
Da überhaupt alle 1'heile zerfetzt und eir.gefogen 
werden, fo fcheinen mir die Milcl.braftgän?e für eine fol- 
che Menge von Subftanzen viel zu enge Wege. 
Bei der Unter fuchung von Thieren während der Ver¬ 
dauung, wo die Saugadern des Geb roles und der Mil« li- 
brnftgang von Chylus ftrotzen, kann ich mir keine Voil’tel- 
lung von dem Zuftaude der übrigen Sangadern zu dieffer
        

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