Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über den Bau der Harnröhre und der Eichel: Aus dessen Commentarium de urethrae corporis glandisque structura. Accedunt de vasorum splenicorum in animalibus constitutione nec non de utero gravido epitomae, Mediolani 1817
Person:
Moreschi
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14682/8/
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D îe flärkern Aefte dagegen verlaufen hinter der Ei¬ 
chel krone, werden durch Abgabe von Zweigen an die 
Vorbaut bedeutend verkleinert, und endigen itch am vor¬ 
dem i nde des Harnrohrenkörpers, vorzüglich neben dem 
F ut enliändchen, mit einer Menge fehr vielfacher Win¬ 
dungen. Hienach verdient alfo cliefer Körper den Na- 
men des Gefüf-k'nrpers, da blofs durch E.infpritzung der 
Hautblutadei der .Ruthe fein vorderer Theil und die gan¬ 
ze Eiche', wenn auch nur oberflächlich, aus Gefaben zu- 
lamme n ge letzt erfch einen. 
Wird die Rückenblutader hinten in der Nähe des 
Schambogens eingefpritzt, fo erfcheirU lie gleichfalls hier 
in zwei A'd'te gefpaiten, von welchen einer nach rechts, 
der andre nach links gehr, vom Modenfacke, dem Mittel* 
Ile liehe und den Bauehbedeckungen Zweige aufnimmt, und 
hch in das obere E nde der innern Hautfclienkelblutader 
(Saphena interna) lenkt. 
Da ungeachtet der an beiden Stellen in die Rücken¬ 
blutader votgenommenen Einfpritzung der hintere Theil 
de* lluthenzellkörpers noch leer war, fo fpritzte ich eine 
Maife, welche anders als die in die vordem Aefte einge- 
fpritzte gefärbt war, in die Harnröhrenzwiebel felbft. 
DiMc lief den Zweigen entgegen, welche durch die Ein¬ 
fpritzung der vordem Aefte angefüllt worden waren, und 
füllte einige Venen an, welche von der Seite der Harn- 
röfiran/.wiebel aus (ich über die Ruthenzellkörper wand¬ 
ten, und nach einem kurzen Verlauf in die unter dem 
Scham bogen liegenden Gefäfse traten. 
Die unmittelbare Einmündung der Rüchenblutader 
mit der Eichel und dem Harnröhrenkörper, oder ihr Ur- 
fprung aus den. kleinften Gefäfsen derfelben, wurde noch 
durch einen andern Verluch beftätigt. Ich trieb nämlich 
die Malte in den GefäUköiper der Harnröhre, und fahe, 
dafs lieh hiedurch die h.iche! und die Rückenblutader mit 
ihren von den Hautdecken kommenden Zweigen, fo wie 
die leiblichen Hautgefäfse der Ruthe, welche nicht weit 
von der Ruthenwurzel, ehe Ile lieh fpaltet, in lie treten, 
anfüll len. 
Hiedurch wurde auf dem fynthetifchen Wege beftä- 
tigt, was ich auf dem analylifchen gefunden hatte.
        

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