Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kiesselbach: Stimmgabel und Stimmgabelversuche. Monatsschr. f. Ohrenheilk. Jahrg. XXV, 1891, S. 1-7 u. S. 97-102
Person:
Schäfer
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14660/1/
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lÂtter atmbericht. 
verkleinertes Bild auf die Selenplatte geworfen, die so beleuchtete Stelle 
der Platte wird elektrizitätsleitend, der elektrische Strom, der an dieser 
Stelle durch das Selen dringt , geht auf die dem beleuchteten Teil der 
Selenplatte entsprechenden Drähtchen über, deren Temperatur er erhöht, 
und diese Temperatursteigerung gelangt zur Empfindung. 
Verfasser kommt zu nachstehenden Folgerungen: 
„1. Die Anwesenheit eines leuchtenden oder beleuchteten Gegen¬ 
standes wird mit Hülfe des Elektrophthalms wahrgenommen werden 
können als Wärmeempfindung in der Perceptionsfläche. 
2. Ein dunkler Gegenstand auf hellem Hintergründe wird empfunden 
als peripherische Wärmeempfindung und als Fehlen derselben im Centrum. 
3. Die Vergröfserung der Wärmeempfindungsfläche — als Kenn¬ 
zeichen der Annäherung eines leuchtenden Körpers. 
4. Die Abnahme der Wärmeempfindungsfläche in dem Falle, wenn 
der Gegenstand sich entfernt. 
5. Die Abnahme der Wärmeempfindungsfläche vom Centrum aus 
gegen die Peripherie — wenn ein dunkler Gegenstand sich nähert. 
6. Die Vergröfserung der Wärmeempfindungsfläche in entgegen¬ 
gesetzter Eichtung, von der Peripherie aus gegen das Centrum, wenn 
ein dunkler Gegenstand sich mehr und mehr entfernt. 
7. Eine Ortsveränderung der Wärmeempfindung in der Eichtung 
nach rechts bedeutet, dafs ein beleuchteter Gegenstand sich nach links 
hin bewegt, und umgekehrt. 
8. Die fortschreitende Bewegung der Wärmeempfindung nach unten 
hin wird anzeigen, dafs der beleuchtete Gegenstand gehoben wird, steigt 
und umgekehrt. 
9. Die Bewegung der centralen Wärmeverminderung nach irgend 
einer Seite hin wird das Anzeichen dessen sein, dafs ein dunkler Gegen¬ 
stand in der entgegengesetzten Eichtung fortbewegt wird.“ 
Peretti (Merzig). 
Kiesselbach. Stimmgabel und Stimmgabelversuche. Monatsschr. f. Ohren- 
heilk. Jahrg. XXV (1891). S. 1—7 u. S. 97—102. 
Aus dieser Untersuchung verdient hier folgendes hervorgehoben zu 
werden, was teils neu, teils nicht allgemein bekannt ist. Anspannung 
des Trommelfelles setzt die Perzeption aero-tympanal zugeleiteter tieferer 
Töne herab oder hebt sie sogar ganz auf. Osteo-tympanal zugeleitete 
werden durch Luftverdichtung in der Paukenhöhle, welche ein Auswärts¬ 
drängen des Gehörknöchelapparates und einen Überdruck auf das runde 
Fenster veranlafst, verstärkt, besonders wenn die Gabel durch ein Lauf¬ 
gewicht belastet ist. Einwärtspressen des Trommelfelles samt den 
Knöchelchen auf dem Wege der Aspiration oder der Luftkompression im 
äufseren Gehörgang durch Verstopfung verringert die Perzeptionsdauer, 
eventuell bis auf Null. Ebenso bewirkt die Kontraktion des Tensor 
tympani bei tieferen Tönen sowohl für Luft- wie für Knochenleitung 
ein Schwächerwerden und ein Höherhören ; bei mittleren nur ersteres ; 
jenseits c4 bleiben die Töne unverändert. — Gähnen beeinträchtigt die
        

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