Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Leichenöffnungen von Wahnsinnigen, bei denen der Quergrimmdarm eine senkrechte Lage angenommen hatte, und sein linkes Ende hinter das Schambein herabgestiegen war: Sédillot Journal de médec., T. 62, p. 321 ff., T. 63, p. 176
Person:
Esquirol
PURL:
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t), EsquiroVs Lei cli c n öff n u n ge n von Wahn* 
finnigen, bei denen der y nergrirn idarm 
eine fenkrechte Lage angenommen hatte, 
und fein linkes Fnde hinter das Scham¬ 
bein h er a b ge f t ieg en war. (Séaif/a Journal 
de mêdec. T. 62. p. 321 ff* T, 63« p. 70 ) 
I. Terofinne, nach andern Teroigne von Méricour, 
wird die Liebhaber politifcher Phänomene und aulser- 
ordentücher Thatfachen in dev Medicin intereibren. Sie 
war eine berühmte iduhlerin aus Luxemburg, mittlerer 
Gtöfse, von hellbraunem Haar, grofsen blauen. Augen, 
beweglicher Zunge, lebhaftem, felbft zierlichen Gange. 
Während der elften Jahre der Revolution fpielte lie, 
in einem Alter von 28 bis 30 Jahren, eine merkwürdige 
Rolle. Sie diente den verfchtedenen Häuptern der Volks- 
parthei bei den meiften Aufftänden, und trug befonders 
am fünften und fechsten Ociober 1/89 zum Abfall des 
Regiments Flandern bei, indem fie öffentliche Mädchen 
in leine Reihen führte und Geld vertheilte. Im Jahre 
1790 wurde lie, mit einem JViilhärgrade verfehen, nach 
LiifticR gefchickt, um das Volk aufzurühren. Die 
Oefterreicher verhafteten lie im Januar 1791, und fehickten 
He in eine Üefterreichifche Feftung. Der Kaifer Leopold 
unterhielt lieh felbft mit ihr, und gab ihr im Decem¬ 
ber 1791 ihre Freiheit. Hierauf begab lie lieh in Paris 
aufs neue auf die Scene der Revolution, und hielt in 
den Tuiilerieen Reden an das Volk, um es zur Mäfsi- 
gung und zur Conftitution zurückzuführen. Raid aber 
fiel lie wieder in die Hände der Jacobiner, und erfchien 
mittler rothen Mütze, einem Säbel und einer Pike an 
der Spitze eines Weiberheeres. An den Ereigniffen des 
Septembers 1792 hatte lie mit Theil, ungeachtet es nicht 
enviefen ift, dal's lie felbft bei den Ermordungen thätig 
war. 
Nach Errichtung des Directoriums und Schlie¬ 
ßung der Volksgefellfchaften verlor Teroenne den Ver¬ 
band, Sie wurde in ein Haus in der Vorftadt St. Mar¬ 
ceau gebracht. Unter St. Juft’s Regierung fand lieh ein 
Brief vom 2Öften Juli 1794 von ihr, worin lieh fchoil 
Spuren von Geiftesverirrung zeigen.
        

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