Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bemerkungen über die Verrichtungen der verschiedenen Theile des Nervensystems: Aus dessen Observations pathologiques propres à éclairer plusieurs points de physiologie, Paris 1818
Person:
Lallemands, F.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14645/2/
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Er war männlichen Gefchlechts, das Fleifch feft, 
die Haut reichlich mit Firnifs bekleidet, die Oberhaut 
ging nirgends ab. Wegen des Schädelmangels konnte 
eile Entfernung des Nabels vom Scheitel und. der Fufs* 
folds nicht beftimmt werden. Eben fo wenig leitete die 
äufsere BefchafFenheit zur Beftimmung des Alters, denn 
eine grofse Menge rothen , feften , körnigen Fettes , das 
überall die zeliigen Räume anfüllte, hatte alle Theile 
verbältnifsmäfsig zu ihrer Länge beträchtlich angefchwellt, 
fo dafs Bruft, Unterleib und beide Gliedmaafsen weit 
dicker aber kürzer als gewöhnlich hei einem reifen Fö¬ 
tus waren; doch iid's die Lage der Hoden, welche 
durch die äufsere Oeffnung des Bauchringes in den Hoden* 
fach zu fchlüpfen bereit lagen, vermuthen, dafs die Mut¬ 
ter das Alter richtig beftimmt habe. Alle Theile des 
Antlitzes, vorzüglich der Unterkiefer, weicher den 
Oberkiefer weit überragte, waren fehr beträchtlich groll, 
eine Bedingung, welche mehr oder weniger von allen 
Schriltftellern angegeben wird, die ähnliche Fälle 
befehreiben, und die infofern befonders merkwürdig 
ift, als in der Thierreihe, in dem Maafse als lieh das Ge¬ 
hirn vermindert, das Antlitz zunimmt. 
Zwifclien dem Kinn und dem obern Theile der 
Brufthöhle befand lieh eine kropfartige, faft ganz aus 
Fett gebildete Gefchwulft. Der nach hinten umgebogene 
Kopf, fo wie die fehr breiten und horizontal liegen* 
den Ohren, lagen auf den Schultern, das Antlitz fchauta 
gerade nach oben, und der Kopf hörte an den Augen¬ 
brauen plötzlich auf. Die Knochen des Schädeldaches, 
Welche entweder auf denen der Grundfläche lagen, oder 
nach beiden Seiten gewandt waren, bildeten eine platte, 
auf dem Horizont fenkrechte, mit der hintern Wand 
der Wirbelfäule parallele Fläche. 
Da die Augenhöhle wegen des Nicderxlnkens des 
Stirnbeins keine Oberaugenhöhlenwand hatte, fo lagen 
die Augen blofs und erfchienen daher, wie bei den Ba- 
trachiern, grofs und hervorfpringend. Die Adlernala 
fchien verlängert zu feyn. Der iUund ftand offen, und 
die fehr grofse Zunge lag auf der Unterlippe. 
Die Schädelhaut, welche an den langen und dicken, 
in ihr wurzelnden Haaren, kenntlich war, hörte in der
        

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