Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über binokulares Sehen mit Anwendung des Heringschen Fallversuchs
Person:
Greeff, Richard
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14644/8/
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Bichard Greeff. 
Also beträgt: 
ab' =15 — lx 
ac' = 15 + I x 
cd>" = 15 — ly 
m" = 15 + l y 
Diese Werte als s in die Formel 
t=K* 
r 9 
eingesetzt, ergeben: für aV, « = 0,1720 Sek., für ac‘, « = 0,1910 Sek.; also 
ist die Zeit, in der b'c' durchfallen wird, gleich 0,0190 Sek. = Sichtbarsein 
der vorne fallenden Kugel; ferner für ab", « = 0,1718 Sek., für ac“, 
« = 0,1912 Sek., also wird b“ c“ durchfallen in 0,0194 Sek. = Sichtbarsein 
der hinten fallenden Kugel. 
Die Zunahme in der Zeit, in der eine hinten fallende 
Kugel sichtbar bleibt, ist also eine verschwindend kleine und 
kann selbst bei gröfseren Abständen unmöglich einen Anhalts¬ 
punkt gewähren. 
Auch ist bei einem Sehen in einer Zeit von noch nicht 
2/i0'> Sekunde eine Augenbewegung und eine Accommodation 
ausgeschlossen. 
§ 2. Tiefenwahrnehmung bei parallel gestellten und 
divergierenden Sehaxen. 
Wenn man der Ansicht ist, dafs die Konvergenz der Seh¬ 
axen wesentlich zur Tiefenwahrnehmung beiträgt, so mufs sich 
finden, dafs entweder bei künstlich parallel gestellten Sehaxen 
oder in einer solchen Entfernung, dafs die einfallenden Strahlen 
als parallel betrachtet werden dürfen, der HEßixösche Versuch 
nicht mehr möglich ist oder doch wesentlich ungünstiger 
ausfällt. 
Setzt man vor ein Auge ein Prisma mit der Basis nach 
innen, so erhält man von einem in der Nähe fixierten Punkte 
gleichnamige Doppelbilder, welche (vorausgesetzt, dafs das 
Prisma nicht zu stark ist) durch Divergieren des Auges über¬ 
wunden werden. Damit nun das Auge bei Fixation des Punktes 
so weit divergiere, dafs die Sehaxen parallel gestellt sind, mufs 
ich entweder nach der Entfernung, in welcher der Punkt sich 
befinden soll, genau die Stärke des Prisma wählen oder, was 
sich mehr empfiehlt, den Ablenkungswinkel der vorhandenen
        

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