Bauhaus-Universität Weimar

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klärt, und was thaten fie? Newton zeigte die Aehn- 
iichkeit in den Erfcheinungen des Regenbogen.? mit de¬ 
nen der Lichtbrechung überhaupt, durch das Pricma ; 
Kepler zeigte die Uebereinftimmung jener Bewegungen 
der Himmelskörper mit denen fallender Körper auf 
der Erde nach dem Gefetz der Schwere. Ihr ganzes 
Verdienft all'o war die Auffindung der Ancilogieen zwi- 
fclien befonderen und allgemeineren Naturerfcheinungen. 
Das höchfte Ziel der Phyfiologie und Biologie, fo- 
fern fie nicht blofs Hfilfswiffenfchaften der Medicin find, 
ift die Erklärung des Lebens. Eine Erklärung des Le¬ 
bensgeben, kann aber nicht wohl etwas anderes bedeu¬ 
ten, als: die Erfcheinungen fier Lebenskraft, welche 
wir nur gewiffen Organifationen zufchrciben , auf allge¬ 
meinere Naturerfcheinungen, wie fie die Phvfik lehrt, zu 
reduciren. Denn überhaupt geht man bei Erklärungen 
auf ähnliche Art zu Werke wie bei Claffification der 
Naturkörper. Es giebt allgemeine, befondere und 
ifolirte Phänomene, wie es Klaffen, Gefchlechter und 
Arten der Wefen giebt. Die Arten und Individuen 
ftellt die Natur hin, wir ordnen lie nach ihren Ver- 
wandtfehaften in Gattungen, Gefchlechter und Klaffen; 
alfo auch hier ift. die ZulammenftelJung des Aehnllchen 
das Mittel, die Wiffenfchaft zu fördern. 
Eine Hauptlehre in der Chemie, die Verwandt- 
fchaftslehre, ein Hauptzweig der Medicin, vergleichende 
Anatomie und Phyfiologie, zeigen fehon durch den 
Namen, dafs die Auffuchung von Aehnliehkeiten, die 
Vergleichung, ihr Zweck ley, tien die neuere Phyfiolo¬ 
gie der Natur i'elbft analog verfolgt. Denn wie die 
ganze Natur vom Niedern anfangend zum Höheren fort- 
fchreitet, wie der thierähnliche, den Sinnen unter¬ 
worfene, Geift des Kindes fich in der Entwicklung zum 
wahrhaft menfchlichen erhebt, wie aus den Thierfor¬ 
men die Negerform, aus diefer eine noch edlere Men-
        

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