Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Eugenio Tanzi: Fisiologia e Psichometria del senso termico nelle diagnosi delle affezioni spinali. Rivista di Freniatria XVI, 4, S. 385-415
Person:
Fraenkel
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14581/2/
LiUeraturbericht. 
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Taîtzi gelangte (1884) auf demselben Wege zu demselbén Resultate. Nach 
Blix und Goldscheider giebt es spezifische Punkte der Haut für warm 
und kalt und zwar für letzteres doppelt so viele wie für jenes. — Dafs 
Schmerz- und Temperaturempfindung auf verschiedenen Punkten beruhen, 
belegte Donaldson (1886) durch Applikation von Cocain auf die Cornea, 
welches den Schmerz allein, nicht aber die Wärmeempfindung aufhob. 
— So weit der allgemeine Teil von Tanzis Arbeit. 
2. Im psychometrischen Teil gibt er, nach genauer Feststellung 
der nötigen Kautelen, die Ergebnisse seiner von allen andern Forschern 
abweichenden Untersuchungsmethode, bei der er Chloräther als Kältemittel 
und die strahlende Wärme einer Flamme als Wärmemittel benutzte, um 
die Reaktionszeit der verschiedenen Temperaturen zu bestimmen unter 
Vermeidung der unmittelbaren Berührung der Tastorgane. 
Das Zahlenergebnis war folgendes: 
1. Aus 50 Wärmereizungen.........med. 0"517, Schwankung 0"38, 
2. „ 50 Kälte auf denselben Stellen . . „ 0"231, „ 0"26 
3. „ 50 „ auf der Hälfte der Stellen „ 0"380, „ 0"39. 
Daraus folgt, dais 1. Kälte in weit kürzerer Zeit empfunden wird, 
als Wärme; 2. dafs die Reaktionszeit für Kälte der für Wärme nahe 
kommt, mithin sich verlängert, wenn das erkältete Hautgebiet viel kleiner 
ist, als das erwärmte; 3. dafs die Reaktionszeit der Zahl der gereizten 
Punkte nicht genau entspricht. 
Dieser letztere Fall läfst es unentschieden, ob nicht neben den 
Erregungspunkten noch andere Vorgänge ins Spiel kommen, und zwar 
1. eine innere Verschiedenheit von dynamischen Prozessen oder von 
anatomischen Spinal-Transmissionen; 2. eine (hypothetische und wenig 
wahrscheinliche) geringere Entfernung der für Kälte empfindlichen Punkte 
von der Epidermis, gegenüber den in gröfserer Tiefe liegenden wärme- 
empfindlichen. 
Beide Voraussetzungen könnten möglicherweise gleichzeitig zutreflen. 
Unzweifelhaft fest steht, wie aus den neuesten klinischen und patho¬ 
logisch-anatomischen Beobachtungen hervorgeht, dafs die thermischen 
Reize, so kalt wie warm, längs der Hinterhörner sich fortpflanzen. Unab¬ 
hängig von der Physiologie hat die Pathologie der Syringomyelitis 
(al. Hydromyelitis), welche Verfasser im dritten pathologischen Teil 
seiner Arbeit, an der Hand von 45 Fällen aus der Litteratur behandelt, 
zu jener Erkenntnis geführt und dafs das Fehlen der thermischen Wahr¬ 
nehmungen resp. die Verlangsamung der thermischen Reaktion als erstes 
und wichtigstes Zeichen für die Höhlenbildung im Rückenmark zu 
gelten hat. Fraenkel (Dessau). 
1. Goldscheider, A. Über verlangsamte Leitung der Schmerzempfindung. 
Deutsche med. Wochenschr-, 1890, No. 31. 
2. — Über die Summation von Hautreizen. Nach gemeinschaftlich mit 
H. Gad angestellten Versuchen. Verhandl. d. physiol. Gesellsch. zu Berlin 
vom 31. Novbr. 1890 (Du Bois’ Arch. 1890). 
Die erste Abhandlung berichtet über einen Fall, der die neuerdings 
mehrfach beobachtete Thatsache bestätigt, dafs die bekannte Verspätung 
Zeitschrift fiir Psychologie II. 27
        

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