Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über den Strahlenkörper und dessen Einfluß auf den Glaskörper, die Linse und die wässerige Feuchtigkeit: Mém. de la soc. méd. d'émul., T. 8, p. 631 ff.
Person:
Ribes, F.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14566/2/
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3) Welche Anordnung der Strahlenkörper darbietet? 
3) Wie der Kreislauf in diefen Theilen Statt findet? 
4) Wie die Augenfeuchtigkeiten ab-und ausgefondert 
werden ? 
i) Enthalten die Glashaut und die Linfenkapfel Ge- 
fäfse ? 
Diefe Frage wird, ungeachtet der allgemeinen An¬ 
nahme, dafs wirklich cliefe Gefäfse vorhanden feyen, durch 
die Unbeftimmtheit, womit die. Schriltfteller über ihre 
Anwefenheit, VertlieiUmg und Urfprung reden, gerecht¬ 
fertigt. Ich werde mich der anatomifchen Unterfuchung, 
der Einfpritzung und der Induction als Mittel bedienen, 
um hierüber etwas auszurnitteln. 
Um mit Erfolg über die Gefäfse der eignen Augen¬ 
häute zu arbeiten, mufs man zuerft den hinter dem 
Strahlenkörper liegenden Theil des Glaskörpers, dann 
den vor ihm befindlichen der Linfenkapfel, und end¬ 
lich die Einfenkungsftelle des Strahlenkörpers und der 
Netzhaut in die Glashaut unteriueben. Oer hintere 
Theil des Glaskörpers ift glatt, hegt ohne Befefti- 
gung an der innern Fläche der Netzhaut, an der Ver- 
bindLingsftelle mit dem Strahlenkörper und nach hin¬ 
ten findet man beim Menfehen, dem Pferde, Schafe, 
Schweine, Hunde und den Katzen kein von der Netz¬ 
haut zum Glaskörper gehendes Gefäfs. Nur beim Ochfen 
falte ich immer einen ganz durehhehtigen, 2 —4'" lan¬ 
gen , aus der Mitte der Finfenkung des Sehnerven ent- 
Itehenden Foi tfatz, der mehr Aehnlichkeit mit dem Glas¬ 
körper als der Netzhaut hatte. Ich konnte ihn nie ein- 
fpritzen, und weifs daher nicht, ob er ein in die Glas¬ 
feuchtigkeit dringender Zweig der Netzhautpulsader ift, 
noch weniger, ob er bis zur Ktyftallkapfel dringt. Zwei¬ 
felhaft aber fcheint es mir, dafs fo kleine Zweige als 
die, welche nach den Angaben von den Netzhauige- 
fäfsen an diefe und in den Glaskörper dringen follen, 
zur Ernährung und beftändigen Abfonderung und Auf¬ 
nahme hinreichen können. Ueberdies fehlt jener Fort- 
fatz in allen übrigen, von mir uriterf uchteri, Augen, und 
die Gefäfse müfsten daher von einer andern Stelle ent¬ 
liehen.
        

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