Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über den Strahlenkörper und dessen Einfluß auf den Glaskörper, die Linse und die wässerige Feuchtigkeit: Mém. de la soc. méd. d'émul., T. 8, p. 631 ff.
Person:
Ribes, F.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14566/10/
von Auffaugung von Blut ftatt einer hellen Feuchtigkeit die 
Folge war. JDies findet vermuthlich immer bei Störung 
der Stimmung diefer Gefäfse Statt, und die bisweilen, 
hauptläclilichim Alter, vorkominende Trübung der Augen¬ 
feuchtigkeiten ift wahrfcheinlich hierin begründet. 
Unt.erfucht man nun die Art der Ab-und Ausfon- 
derung in der Linfe, fo findet man Folgendes. 
Die vordere, völlig freie Fläche ihrer Kapfel wird 
von der wäfferigen Feuchtigkeit befpiihlt. Die hintere, 
gewölbtere Fläche liegt in einer Vertiefung der Glashaut, 
die hier am dickften ift, mit der Kapfel aber durchaus 
nicht verwachten ift. Bei einem 27jährigen, an Hy- 
drephlhalmus auf beiden Augen leidenden IWenfchen, fand 
ich an diefer Stelle wenigftens6 Gran einer hellen, durch- 
iichtigen , dünnen Feuchtigkeit. Dagegen heftet fich an 
den l\and zwifchen beiden Flächen eine Verlängerung der 
Glashaut auf das genauefte, und fpaltet fich hierein zwei 
Blätter, in deren innerem höchft wahrfcheinlich Kanäle 
zur Linfe verlaufen, deren äufseres einenTheil des Strah¬ 
lenkranzes bildet, und mit dem Stvahlcnkürper verbun¬ 
den ift. An der innern Seite ift es fchwach zottig und 
entfpriçht dem innern Blatte, fein hinterer Band geht 
in die Glashaut über, fein vorderer fetzt fich an die 
Kapfel, ohne fich über ihre vordere Fläche auszubreiten. 
Ein Theil diefes Blattes enthält eine Beihe von Kanälen, 
der andere ift membranös. Die Kanäle find ungefähr 
lang und reichen vom Glaskörper zum Umfange 
der T.infe. Sie find weit, dicht, cylindrifçh, wenig 
ausdehnbar, fehwärzlich, fchwach zottig, und geben in 
die Zufaimnenfetzung des Strahlenkranzes ein. Bei mei¬ 
nem Hydrophthalmifcben öffneten lie fich nach vorn, fo 
dafs Quecklilber von hinten nach vorn durch ihre OefF- 
nungen trat. Der membranöfe Theil liegt zwifchen den 
Kanälen und entfpricht den Fortfätzen des Strahlenkör. 
pers. Er ift dünn, durchfichtig, lehr ausdehnbar, da¬ 
her leicht durch, zwifchen Linfe und Glaskörper einge- 
brachte Luft anfzuheben, wobei er ein buckeliges An- 
felien bekommt, weil die Kanäle weniger ausdehnbar 
find. Das vordere Blatt der Êinfenkapfel ift dick, knor¬ 
pelartig, und der hinter der Hornhaut befindlichen Mem¬ 
bran lehr ähnlich. Das hintere ift dünner.
        

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