Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die medicinisch-chemische Behandlung der Steinbeschwerden: Journal of science and the arts, Vol. 6, London 1819, p. 196 ff.
Person:
Brande, W. T.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14557/6/
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dadurch die Abfonderung derfelben abändern? Dem, 
was ich früher hierüber fand , kann ich wenig zufetzen. 
Die Verfuche über den Abgang der Kohlenfäure fand ich 
durch neuere beftätigt. Der frifcbgelaffene Harn wurde 
in eine Flafche mit einem gebogenen Hälfe gethan, der 
iich in Kalkwaffer öffnete und der ganze Apparat unter 
den Recipienten der Luftpumpe gebracht. Immer ent¬ 
wickelte lieh während des Auspumpens Kohlenfäure und 
in reicherm Maafse nach dem Genuffe von Flüffig- 
keit, die fie frei enthielten. Ungeachtet der Unficher- 
heit folcher Verfuche und der veränderlichen Zufammen- 
fetzung des Harns kann ich die Meinung nicht aufgeben, 
dafs die Anwefenheit einer reichlichen Menge Kohlenfäure 
im Magen mit Abfonderung derfelben in den Nieren ver¬ 
bunden ift. 
Die freie Kohlenfäure im Harn hält vorzüglich die 
phosphorfaure Ammoniakmagnelia aufgelöft und diefe 
fchlägt iich beim Entweichen der Säure als ein Häutchen 
auf der Oberfläche des Harns nieder. 
Wo das faure Regime bei diefer Dispofition nicht 
hinreicht, um den Stuhlgang zu erhalten, lind milde 
Laxiermittel angezeigt. Der gute Erfolg von Mineral- 
fäuren ift oft ihrem tonifohen Einflufs auf die Verbeffe- 
rung der Verdauung und dadurch der allgemeinen Ge- 
fundheit zuzufchreiben. Fieberhafte Zufälle von Kindern 
find oft mit einem lehr ftarken weifsen Harnnieder- 
fchlage verbunden , der oft mit dem Fieber durch einige 
Gaben Kalomei verfchwindet. Freie Luft, Bewegung, 
Rinde, bittere Dinge, mineralifche tonifche Mittel wir¬ 
ken oft auf diefelbe Weife. 
Auch bei dem rothen, durch Harnfäure gebildeten 
Niederfehlage niufs man die Fälle, wo er lieh in dem ge- 
lalfenen, anfangs hellen Harne, nach einigen Stunden bil¬ 
det, von dem unterfcheiden, wo er wirklich ausgeleert 
wird. Im letzlern Fall ift er ein bekanntes Zeichen 
einer Neigung zur Steinbildung, im erftern oft nur ein 
vorübergehendes Symptom von Indigeftion, follte aber 
doch, wenn er oft wiederkehrt, mit Rrnft behandelt 
werden. Wegen der Auflöslichkeit der Harnfäure in 
kauftifchen, fixen Alkalien werden diefe vorzüglich als 
Auflöfungsmittel gebraucht. Indeffen lind die unvoll-
        

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