Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die Milch und ihre nähern Bestandtheile: Vorgelesen in der naturforschenden Gesellschaft zu Bern
Person:
Schübler
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14554/11/
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1) Der Käfe fcheidet fich durch Ziifatz von Laab 
aus der Milch bei 24 bis 30° R., blofse Wärme, fei bit 
Siedhitze, bringt ihn nicht zum Gerinnen; der Zieger 
hingegen gerinnt nur bei höherer Temperatur von 60 
Grad Temperatur bis zur Siedhitze, wenn zugleich 
eine Säure zugefetzt wird. 
2) Der Käfe bildet in der Milch eine undurch- 
hchtige, nie klare Auflöfung, er ertheilt der Milch 
ihre weifse Farbe; der Zieger bildet in der Milch, nach 
Abfchei hing des Käfes, eine klare, grünliche, durch- 
lichtige Auflöfung, die Sennen nennen fie Syrte 1 ), 
lie wird oft mit Molken verwechfelt, wird diefe Flüffig- 
keit in die Siedhitze gebracht, fo wird fie wieder völlig 
weifs und undurchßchtig, fie heifst nun Käfemilch, und 
wird diefer Käfemilch in der Siedhitze einige pro Gent 
Effig zugefetzt, fo fcheidet fich der Zieger in vielen 
kleinen Flocken ab, die übrigbleibende klare Fliiffigkeit 
find nun erft die eigentlichen Molken, aus welchen 
durch Abdampfen der Milchzucker dargeftellt wird. 
3) Der Käfe hat itp frifch ausgeprefsten Zuftand 
ein gröfseres fpecififches Gewicht als der Zieger, er 
fällt bei der Bereitung fogleich zu Boden (fein fpeci¬ 
fifches Gewicht ift = 1,100), der Zieger ift leichter und 
fchwimmt beinahe auf dem Waffer (fein Gewicht ift 
— 1,055). Im völlig ausgetrockneten Zuftand ift da¬ 
gegen das fpecififche Gewicht des Käfes geringer, es 
ift — 1,259 und das des Ziegers gröfser, es ift = 
1) Wird die klare Syrte in einer Temperatur von i«jn Reaumur 
einige Tage fich felbft iiberlaffen, fo fcheidet fich der Zie¬ 
ger in kleinen Flocken zum Theil felbft ab, während die 
Höffigkeit fich etwas trübt und fäuerlich wird. Wird die 
Syrte aus fehon etwas faurer Milch bereitet, fo fcheidet 
fich aus ihr, fehon durch blofse Siedhitze, der Zieger ia 
Flocken ab, obgleich diefes vollkommener gefchieht, wenn 
zugleich noch Effig zugefetzt wird.
        

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