Bauhaus-Universität Weimar

als die des rechten, am nächften die linke Schulter 
deffeiben. 
Zwilchen beiden Armen des linken Kindes hängt 
ein, einem Hinterbacken, Schenkel und Unterfufs ähn¬ 
licher, lieh in einen fpitzen, mit einem Nagel verfehe- 
nen, Vorderfufs endigender, drei Zolllanger, Stumpf 
herab, wodurch das Ganze ein hüchft bizarres Anteilen 
bekommt. 
An diefem Kinde ift keine Oeffnung, nichts den 
Zeugungstheilen ähnliches, zu bemerken. 
Alles übrige an dem andern Kinde ift gut gebil¬ 
det, fo wie alle vier Hände, die üufseren Zeugungs- 
theile und der After. 
Die Entftehungsweife diefer Art von Mifsgeburten 
fcheint mir folgende zu i’eyn. 
Ich bin überzeugt, dafs clid'e beiden Kinder nicht 
eigentlich in einander gefchoben find, fondern lieh nur 
aneinander angelegt haben. Zuverläffig wurde bei bei¬ 
den, wie bei dem fogenannten Wolfsrachen, nur der 
Gaumen und die Lippe, der ganze Kopf nach feiner 
Längenachfe gefpallen, fo dafs das Hinterhaupt ganz 
blieb. Jeder gefpaltene Kopf legte lieh auseinander, 
und jede Hälfte verwuchs mit der des andern Kopfes, 
und bildete daher auf der vordem Flüche ein ganzes 
Geficht mit breiterer Nafe und entfernteren Ohren, 
beide feitlichen Erhabenheiten find beide Hinterhaupte. 
Bei beiden hinteren Hälften der Köpfe wurde gleichfam 
ein fchiefer Schnitt durch jedes halbe Auge, obere uncl 
untere Augenlider, an den Ohren herabgemacht, durch 
welchen die Nafe, der Mund und die Kinnlade von 
jedem halben Kopf wegfielen. Die Ränder wurden ein¬ 
ander genähert, dadurch kamen die Ohren jedes hal¬ 
ben Kopfes fo nahe mit ihren Läppchen zufammen, 
beide halbe Augen Hoffen in eines fiber, die vier halben
        

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