Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Wirkung der Färberöthe auf die Knochen: Aus den Memoirs of the literary and philos. society of Manchester, Second Series, Vol. 1, S. 146-164
Person:
Gibson, B.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14546/1/
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II. B, Gibfon über die Wirkung der Färbe- 
rôtlie auf die Knochen. (Aus den Memoirs of 
the literary and philof. fociety of Manchefter. Se¬ 
cond Series. Voi. X. S. 146—164.) 
Vielleicht giebt es keine auffallendere Erfcheinungim 
Thierkörper als die Färbung der Knochen lebender Thiere, 
deren Futter Färberöthe zugefetzt wird, eine Thatfache, 
die bekanntlich zufällig durch Belt her entdeckt wurde. 
Das liefultat mehrerer Unterfuchungen von ihm und 
Morand war, dafs die Färbung lieh fchneller den Kno¬ 
ch en junger, noch wachfender i'hiere, als denen von 
ausgetvachfenen mittheilte, indem die Knochen junger 
Tauben in 24 Stunden eine Rofe® färbe, in 3 Tagen 
eine Scharlachfarhe, die von erwachlenen er ft in 14 Pa¬ 
gen die erftere annalimen. Die Färbung war defto bar¬ 
ker, je näher dem Herzen der Knochen lag, und wurde 
in feinem feiten Tlieile am ftärkftcn. Je länger die 
Fütterung fortgefetzt war, defto dunkler war die Fär¬ 
bung: lie wurde allmählich in dem MaaTse heller als die 
Fütterung ausgefetzt wurde, und verfehwand zuletzt ganz. 
Andere Pflanzenfarben, z. B. Kampefcheholz, Anchufawnrzel, 
Kurkuma, theilten den Knochen ihre Farbe nicht mit. 
Einige, von mir an jungen Tauben angeftellte VerTuche 
haben mir be widen , dafs lange fortgefetzte Fütterung 
mit von Kampefcheholz in Form eines Extracts die Kno¬ 
chen deutlich purpurn färbte. Die Farbe der Kurkuma 
Icheint auf dem Wege durch die Afxnnilationsorgane ver¬ 
ändert zu werden, indem der Koth von filieren, wel¬ 
che fie in Menge genoffen, beftändig grün war, wäh¬ 
rend fowohl KampeXcheholz als Färber&the im Ko the 
ihre vorige Farbe behielten. Safran verhält fich ganz an¬ 
ders, denn, die Knochen einer Taube, welche ihn in 
giober Menge genofs, und deren Koth dadurch gefärbt 
war, fanden. lieh durchaus nicht gefärbt. 
D’H hamei bediente fich bald nachher diefes Eirfluf- 
fes de,r Färberöthe auf die Knochen, um die Art, wie 
diefelben in der Dicke wachfen , nachzuweifen. Da, 
nach feinen Beobachtungen , die .fände durch eine Ar t 
von Abfondeiung das Holz in auf einander folgenden 
Lagen bildet, fo glaubte er, dafs auf ähnliche Weife
        

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