Bauhaus-Universität Weimar

feheinlich würde daher ente Au fia fun g Von 12 Gran 
Morphium in den Säuren, welche in die Zufammenfetzung 
des Opiumextiactes eingehen, eben fo ftarke, felbft 
Itäthere Wirkungen hervorbringen als diefelhe Menge 
in Pl'iigf iure aufgelöftes Morphium. Das letztere würde 
rtothwendig dann Statt finden, wenn die mit dem Mor¬ 
phium in dem Opiumextraet verbundene Säure daffelbe 
nicht fo vollkommen neutraliürte als die Efiigfäure. 
13. Um Mittag wurden in das Zellgewebe des Schen¬ 
kels eines kleinen, ftarken Hundes 12 Gran Morphium 
in fehr verdünnter Schwefelfäure gefpritzt. Nach 6 Mi¬ 
nuten trat Lähmung der Hinterlufse, Pupillenerweite¬ 
rung, dem Anfchein nach tiefer Schlaf, doch mit fehr 
leichter Erweckbarkeit, ein. Um 6 Uhr Abends fand 
Nachlafs Statt, und am folgenden Tage Genefung, 
14. Derfelbe. Verfuch mit Salzfäure. Die Zufälle 
traten erft nach 2 Stunden durch Schwindel und be¬ 
deutende Schwäche in der hintern Körperhafte ein, 
vermehrten fielt in einer Stunde zu der Höhe wie bei 13, 
nahmen dann ab, fo dafs am folgenden Tage die Gene- 
füng vollkommen war. 
Hieraus gehtbeftimmt hervor, dafs diefe beiden Säu- 
ren das Morphium fiärker als die Efiigfäure neutraleren, 
weil die Zufälle leichter find. Herr Ridüphi fclieint 
zu irren, wenn er die Säuren als die heften Gegenmit¬ 
tel gegen das Morphium angiebt und behauptet, dafs 
man mehreren Thieren das efiigfäure, falpeterfaure und 
falzfaure Morphium ohne Schaden eingeben könne '). 
Ver fache mit dem, in Olivenöl ctufgelöflen Morphium. 
15. Sechs Gran Morphium, 10 Minuten lang mit 
einer Unze Olivenöl erwärmt, wurden um Mittag einem 
Starken , grofsen , nüchternen Hunde eingegeben. Nach 
15 Minuten traten die gewöhnlichen Vergiftungszufälle 
ein und vermehrten lieh bis zum Abend. Am folgenden. 
Tage war die Herftellung erfolgt. 
16. Um 
l) Brugnatelli Giorn. di fifica. 1817.
        

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