Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber den Blutlauf, in wiefern er durch Druck- und Saugkraft des Herzens bedingt werde
Person:
Carus, Carl G.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14534/13/
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Vrir hier einen unwiderleglichen Beweis, dafs regel- 
mäfsige venöfe Blutbewegung fehl- wohl ganz ohne Saug- 
Jtraft des Herzens beltehen kann. — a) Unter den 
Thieren ohne Rückenmark und Gehirn finden fich fehr 
viele Gattungen, wo fämmtliche Körpervenen auf eine 
ähnliche Weife zum Refpirationsorgan, wie die Pfort¬ 
ader zur Leber fich verhalten. So treten z. B. in den 
Schnecken die Venen zu zwei Huhlvenenftännnm zu¬ 
sammen, welche fich durch einen Verbjndungskanal 
innigen, und aus diefem durch neue Verzweigungen 
(ije vertreten die Stelle der Lungenarterien) das Blut 
jo das Gefäfsnetz der Athmungshöhle übertreiben, von 
wo aus es dann erft durch eigene Lungenvenen zum 
Herzen zurückkehrt, fo dafs folglich hier die Veneu- 
blutbewegung im ganzen Körper eben fo dem fangen¬ 
den Einfluffe des Herzens gänzlich entzogen ift, als die 
menfchlichen Körpervenen von der Stofskraft des Her¬ 
zens nicht mehr bewegt werden können. 3) Wird eine 
Vene zufammengedrückt, (folglich ihre Gemeinfchaft 
mit dem Herzen gehemmt) fo fchwillt fie unter dem 
Bande an und treibt, wird fie geöffnet, das Blut mit 
Gewalt hervor; eine Erfcheinung, welche bei jedem. 
Aderlafs bemerkbar. Diefer Einwurf ift namentlich 
von Herrn Zugenbühler beachtet und zu widerlegen 
verfucht worden ’), allein unfrer Meinung nach mit 
wgpig Erfolg. Es unterfcheidet derfeibe nämlich zwi¬ 
lchen dem phyfifchen und lebenden Heber, und glaubt 
die Gefetze des erftern nicht ganz auf den letztem an¬ 
wendbar, der weichen Gefäfswände wegen. Allein 
offenbar wird, wo eine Fliiffigkeit in einem Kanäle, 
er fey weich oder feft, durch Saugen, d. i. durch Bil- 
l) Schweitzer. Archiv. 3. St. S. igl. I33v 
M. d. Archiv. IV. 3- Ff
        

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