Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die ersten Spuren des Knochensystems und die Entwicklung der Wirbelsäule in den Thieren
Person:
Schultze, C. A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14531/6/
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Die durch die vollkommene Entwickelung des Ge- 
fäfslyfiems und mehrerer Sinnorgane fo merkwürdigen 
K-opffUfsigen Manielthiere (Möllufca Cephalopoda) find 
es, die bei der in ihnen vorherrfchenden Neigung zur 
Knorpelbildung, die erften Rudimente einiger Theile 
des Skeletts haben. Bei Sepia officinalis find diefe 
Theile foigendermalsen angeordnet: 
Das allgemein bekannte os fepiae, welches von 
Spix *) für ein Rudiment der Wirbelfäule gehalten wird, 
gehört offenbar nicht hierher, es ift als Product des 
Mantels das Analogon der Schale der übrigen Mollus¬ 
ken, was ausführlich Cuvier bewicfen hat. Wie 
das ganze Thier zum Theil den Mollusken angehört, 
zum 1 heil den Vollkommenheit Thieren fich nähert, fo 
ift auch der unregehnäfsig geftaltete Kopfknorpel eine 
feur merkwürdige Vereinigung der Schädelform der 
Wirbelthiere mit der, den wirbeilofen Thieren eigen- 
thümlichen Geftalt des Gehirns, welches in Form ei¬ 
nes Bandes oder Ringes die Speiferöhre umgiebt. Der 
Schäuel (Fig. i. A.) hat daher die Geftalt eines hohlen 
Ringes, durch welchen Speiferöhre, Speichelgang u. f. w. 
treten; die äufsere Wölbung des Ringes ift von feftem 
Knorpel, die innere der Speiferöhre zugewandte Fläche 
aber blofs häutig. Hinter feinem unteren das Mark¬ 
halsband enthaltenden Theile ift die dickwandige Höhle 
für das Gehörorgan mit ihm verbunden. Zu den bei¬ 
den Seiten breitet er fich in die hintere und untere 
W and der Augenhöhlen aus, die vorn durch zwei eigene 
O Cephalogenefis. Monachii igip S. 33. 
si) Mémoires pour fervir à 1’ hiftoire et à l’anatomie des Mol¬ 
lusques. Paris 1817. S. 46. ff.
        

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