Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Fr. Pineles: Über lähmungsartige Erscheinungen nach Durchschneidung sensorischer Nerven. Centralbl. f. Physiol. IV., Nr. 24, S. 741
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Litter aturbericht. 
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ist ßeizerscheinung bei Abtragung des linken lobus opticus, ebenso die 
Drehung um die Längsachse, mit Senken der rechten, Erheben der linken 
Seite. — Die Lähmung nimmt den umgekehrten Gang. — Die Abweichung 
der Füfse nach links Folge des Reizes auf den Pedunculus. — Die Reit¬ 
bahnbewegung nach rechts erklärt sich aus der Deviation der Glieder 
nach links und aus der Konkavität der Wirbelsäule nach rechts. Auch 
die Mydriasis beruht auf Reizerregung. Fraenkel (Dessau). 
1) R. Wiedeesheim. Bewegungserscheinungen im Gehirn von Leptodora 
hyalina. Anat. Anzeiger, Y (1890), No. 23. 
2) P. Samassa. Über eigentümliche Zellen im Gehirn von Leptodora. 
Anat. Anzeiger, VI (1891), No. 2. 
Die vorliegenden Mitteilungen befassen sich mit Bewegungserschei¬ 
nungen einzelner Zellen am Gehirn eines kleinen Süfswasserkrusters, 
welcher durch seine glashelle „Durchsichtigkeit eines der schönsten 
Objekte zur Erforschung tierischer Organisation und tierischen Lebens 
darstellt“ (Wiedersheim). 
Nach Wiedersheim liegen am Übergänge vom Ganglion opticum der 
Leptodora zum oberen Schlundganglion grofse Ganglienzellen, in welche 
Fasern aus dem Ganglion opticum ausstrahlen; diese Zellen zeigen träge 
amöboide Bewegungen, welche Wiedersheim zu dem Resultate führen, 
„dafs sich im Innern des Gehirns gewisser Krustaceen Bewegungsprozesse 
abspielen, welche an eine ganz bestimmte Zone desselben gebunden sind. 
Offenbar kommt dieser Zone, mit welcher sämtliche Hauptfasersysteme 
des Gehirnes wie des Sehganglions in Verbindung zu stehen scheinen, 
eine hohe morphologische und physiologische Bedeutung zu. Aus meinen 
Untersuchungen läfst sich aber noch der weitere Satz ableiten, dafs 
die centrale Nervensubstanz nicht in starre Formen gebannt, 
sondern dafs sie aktiver Bewegungen fähig ist. Weiteren Unter¬ 
suchungen wird es Vorbehalten sein, zu ergründen, welche Rolle jene 
Bewegungsprozesse im Gehirnmechanismus zu spielen berufen sind.“ 
Während Wiedersheim frisches Material untersucht hatte, bemerkte 
Samassa die von jenem Autor gesehenen Zellen auf Schnittserien; er 
bezeichnet sie als Einschlüsse grofser polygonal abgeplatteter Zellen und 
kann keinerlei Fortsätze erkennen. Die in Frage stehenden Gebilde sieht 
Samassa als Zellen an, welche dem Gehirn blofs aufliegen, und schreibt 
ihnen keine Beziehungen zu nervösen Erregungsvorgängen zu. Er ist 
also auch dfcr Ansicht, die Annahme Wiedersheims von aktiven Bewegungen 
der Nervensubstanz sei als noch nicht erwiesen zu betrachten. 
Burckhardt (Berlin). 
Fr. Pikeles. Über lähmungsartige Erscheinungen nach Durchschneidung 
sensorischer Nerven. Centralbl. f. Physiol. IV., Nr. 24. S. 741. 
Exner hat 1889 beobachtet, dafs die Durchschneidung des N. laryn- 
geus Superior beim Pferde, obwohl dieser Nerv hier durchaus sensorisch 
ist, Stillstand der Bewegungen der gleichseitigen Kehlkopfhälfte bewirkt. 
Es liefs sich sogar in den betreffenden Kehlkopfmuskeln Degeneration 
nachweisen. Pikeles erinnert nun daran, dafs schon Bell und Magendie 
ähnliche Lähmungen nach Durchschneidung sensibler Nerven beschrieben
        

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