Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
D. E. Sulzer: Trouble de la vision dans l'impaludisme. Arch. d'Ophthalm. X, S. 193-203
Person:
Du Bois-Reymond, Claude
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14425/2/
Litteraturbericht. 
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subjektive Symptom ist eine periodische Abnahme der Sehschärfe. Diese 
kann in zwei bis drei Wochen von Vio bis auf Vs oder V» sich bessern, um 
dann in wenigen Tagen auf den früheren Stand zurückzufallen. Immer 
sind beide Augen, wiewohl in verschiedenem Grade, befallen. Das Ge¬ 
sichtsfeld ist manchmal etwas konzentrisch verkleinert. Die Farben¬ 
wahrnehmung ist normal, aufser bei den seltenen Atrophien. Hemera¬ 
lopie, auch Lichtscheu beobachtete er zuweilen. Aufser den schon früher 
beschriebenen Symptomen, Stauungspapille, Melanosis, Blutungen, Glas¬ 
körperinfiltration fand Verfasser ein neues, welches er auf Blendung 
zurückführt. Holländische Soldaten, welche auf Küstenmärschen der 
Blendung durch sonnenbeschienenen Sand ausgesetzt waren, und zwar 
nur emmetropische und hypermetropische, erkrankten. Der Augen¬ 
spiegel liefs leichte Anzeichen venöser Stauung und diffuse Trübung mit 
Glanzlosigkeit in der Gegend des gelben Flecks erkennen. Subjektiv 
positives Skotom, verminderte Sehschärfe, zuweilen Lichtscheu. Das 
Leiden glich der bei uns durch direktes Sonnenlicht veranlafsten Trübung, 
und so vermutet S., dafs die Malaria eine Prädisposition schaffe, bei 
welcher schon indirektes Sonnenlicht verderblich wird. Mit Besserung 
des Fiebers verschwanden die Symptome, zuweilen leichte Pigmentierungen 
hinterlassend. Bei Kachexie gingen sie in Chorioretinitis über. 
Cl. du Bois-Beymond. 
W. LasKa (Prag). Über einige optische Urteilstäuschungen. Du Bois' 
Archiv, 1890, S. 326-328. 
L. macht auf einige interessante Muster aufmerksam, bezüglich 
deren auf die Zeichnungen des Originals verwiesen werden mufs. Ihre 
Erklärung sieht er in einem, wie ich glaube, sehr richtigen und sehr 
häufig wirksamen Prinzip, das er als „Prinzip der kürzesten Verbindung 
der Diskontinuitäten“ bezeichnet. Es besteht darin, dafs wenn das Auge 
Vergleichungen, Abmessungen u. dergl. zu leisten hat, bei denen es 
Diskontinuitäten der objektiven Figuren ergänzen mufs, es diese Er¬ 
gänzungen auf dem kürzesten (genau genommen auf dem ihm bequemsten) 
Wege vornimmt. Die durch solche Bewegungen umschriebenen Bäume 
und die von ihnen an den vorhandenen Längen abgeschnittenen Stücke 
werden dann mitbestimmend für die jeweilige Auffassung der räumlichen 
Gröfsen. Ebbinghaus. 
H. Spencer. Our Space-Consciousness: a Reply. Mind, Nr. 59, Juli 1890, 
S. 305—324. 
Verfasser wendet sich gegen die Angriffe, die von seiten englischer 
Kantianer gegen seine in den Prinzipien der Psychologie § 326—335 nieder¬ 
gelegte Theorie der Entstehung des Baumbewufstseins gerichtet worden 
waren. Er berücksichtigt besonders Prof. Watson, an der Queens Uni¬ 
versity Canada, dessen Buch „Kant and his English Critics“ alle Argumente 
der Kantianer zusammenfasse. Allen diesen Angriffen liege die Ver¬ 
kennung oder stillschweigende Leugnung des Entwickelungsgedankens 
zu Grunde. Alle seine Gegner begreifen nicht, wie unser Baumbewufstsein 
sich aus etwas entwickelt haben sollte, das ursprünglich kein Baum- 
Zeitschrift für Psychologie H. 21
        

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