Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Psychologie der Komplexionen und Relationen, Chr. v. Ehrenfels: Über Gestaltqualitäten
Person:
Meinong, A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14405/1/
Zur Psychologie der Komplexionen und Relationen. 
Von 
A. Meinong. 
(Chr. v. Ehrenfels. Über G-estaltqualitäten. Vierteljahrsschr. f. wissensch. 
Philosophie, 1890. 3. Heft. S. 249—292.) 
Zweierlei möchte durch die Stellung zum Ausdrucke ge¬ 
langen, welche der hier namhaft gemachten Abhandlung an 
der Spitze der nachfolgenden Ausführungen eingeräumt erscheint, 
einmal mein Vorhaben, über den Inhalt derselben hier kurz 
Bericht zu erstatten, dann aber auch die Thatsache, dafs, was 
ich im Anschlüsse an diesen Bericht zur Lösung einiger mir 
grundlegend scheinenden Fragen der Psychologie beizusteuern 
habe, zunächst den aus dieser Schrift geschöpften Anregungen 
entsprungen ist. 
Anknüpfend an Ausführungen E. Machs in dessen „Beiträgen 
zur Analyse der Empfindungen“ erhebt der Verfasser die Frage, 
was Vorstellungsgebilde wie Gestalt und Melodie „in sich seien, — 
eine blofse Zusammenfassung von Elementen, oder etwas diesen 
gegenüber Neues, welches zwar mit jener Zusammenfassung, 
aber doch unterscheidbar von ihr vorliegt?“ (S. 250.) Die 
Frage ist auch so zu präzisieren : Fafst einerseits ein Individuum 
S eine Melodie auf, die aus n Tönen besteht, stellen anderer¬ 
seits n Individuen je einen der n Töne (mit der zugehörigen 
Zeitbestimmung) vor, stellt dann S mehr vor als die n übrigen 
Individuen zusammengenommen? (S. 252 f.), analog bei Figuren 
(S. 253). Antwort hierauf giebt die „Ähnlichkeit von Melodien 
und Figuren bei durchgängiger Verschiedenheit ihrer tonalen 
oder örtlichen Grundlage“. Melodien und Figuren können häufig 
derart transponiert resp. verschoben werden, dafs von den 
ursprünglichen Ton- resp. Ortsbestimmungen auch nicht eine 
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Zeitschrift für Psychologie II.
        

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