Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Th. Tissié: Le rêves, Physiologie et Pathologie. Paris, Alcau 1890, 214 S.
Person:
Lewandowski, Alfred
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14397/1/
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Lit fera turberich t. 
Feder des Ergographen die Verlängerung des Muskels aufschrieb, da fs 
während der Addition von 3 vorgehaltenen Ziffern die Verlängerung des 
Muskels beinahe null wurde, ja mitunter eine Verkürzung des Muskels 
sich zeigte, während vor der geistigen Operation eine sehr schnelle Ver¬ 
längerung des Muskels stattgefunden hatte. 
Dafs der Spannungszustand des Muskels bedeutungsvoll für die Auf¬ 
merksamkeit ist, beweist E. weiter durch einfache Eeaktionsversuche, 
die er bei verschiedenen Körperstellungen ausführen liefs. Im Stehen 
und Sitzen zeigten sich dabei kürzere Eeaktionszeiten als in Kückenlage. 
Ist somit eine allgemeine Erhöhung der motorischen Thätigkeit als 
die physiologische Unterlage der Aufmerksamkeit zu denken, so hat die 
Hypothese von Hemmungsthätigkeiten dabei Unrecht. Dafs bei einer 
in bestimmter Weise lokalisierten Aufmerksamkeit andre Thätigkeiten 
zurücktreten, erklärt Verfasser als eine Anwendung des Gesetzes vom 
Gleichgewicht der Kräfte. Jede Herabsetzung der Muskelkraft (durch 
Ermüdung, Krankheit) bedeutet eine Verminderung der Aufmerksamkeit. 
Die physiologischen Schwankungen derselben sind bedingt durch die¬ 
jenigen der Muskelkräfte. So wie die Ausführung von Bewegungen wird 
auch ihre Hemmung durch eine vorherige Muskelthätigkeit unterstützt. 
Dies Vorhandensein einer vorherigen Muskelspannung begünstigt auch 
die Genauigkeit einer Bewegung. Da nun F. beobachtet zu haben glaubt, 
dafs die Aufmerksamkeit die gleichen Wirkungen auf die Bewegungs¬ 
vorgänge ausübt, so schliefst er: es giebt eine allgemeine Muskelspan¬ 
nung, welche die physiologische Bedingung des Vorgangs der Aufmerk¬ 
samkeit darzustellen scheint. Diese Muskelthätigkeit fällt zusammen 
mit anderen, bereits beobachteten, z. B. der Sekretion der Speicheldrüsen 
bei Aufmerksamkeit auf Geschmacksempfindungen, der Volumenzunahme 
bei Eichtung der Aufmerksamkeit auf ein Glied u. dergl. m. 
So interessant obige Versuche Fékés sind, so bleibt doch ihr Wert 
so lange ein recht geringer, als nicht der Verfasser der kurzen Angabe 
der erzielten Eesultate eine genaue Aufstellung der einzelnen Versuchs¬ 
ergebnisse beifügt. Erst dann wird sich urteilen lassen, in wie weit 
Fehlerquellen vermieden sind und eine richtige Deutung der Versuche 
stattgefunden hat. A. Pilzecker (Göttingen). 
Th. Tissié. Les rêves. Physiologie et Pathologie. Paris, Alcan, 1890. 
214 S. 
Der erste Teil: „Entstehung der Träume“ besteht in einer reichen 
Sammlung von Träumen, unter Angabe ihrer vermutlichen Entstehungs¬ 
ursachen. Das Material entstammt teils eigenen Erlebnissen des Ver¬ 
fassers, teils Beobachtungen an Gesunden und Kranken, ist teils den 
Berichten anderer Autoren entnommen. 
Zunächst werden die Träume im physiologischen Schlaf abge¬ 
handelt. Verfasser unterscheidet diejenigen sensoriellen Ursprungs von 
denen psychischen Ursprungs. Da er oben den Grundsatz aufstellt, dafs 
alle Träume von einem Sinneseindruck entspringen, so hätte er entweder 
die Eubrik „rêves d’origine psychique“ und die Abtrennung des in ihr 
Enthaltenen fallen lassen, oder mindestens präcisieren müssen, in welchem
        

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