Bauhaus-Universität Weimar

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Bobert Sommer. 
Folgendes zu ergänzen: „Bierwa“, „Ofenro“, „Gardin“, „Ciga“, 
„Hutschacht“, „Kleiderständ“, „Zeitu“, Bleisti“. Dafs er den 
Sinn der Aufgabe versteht, geht aus dem ausnahmsweise vor¬ 
kommenden Gelingen der Ergänzung hervor, z. B. ergänzte 
er „Leucht“ richtig zu Leuchter, „Bierbrau“ zu Bierbrauer. 
Im allgemeinen aber steht er vor dem gesprochenen oder ge¬ 
schriebenen Bruchstück eines Wortes wie vor einem absolut 
fremden und mit nichts zusammenhängenden Gegenstand. 
Diesem Befund entspricht völlig die oben mitgeteilte Beobach¬ 
tung, dafs Voit im gefesselten Zustande z. B. vor dem Bild 
einer Kommode selbst die Lautkombination „Kommo“ noch 
nicht als zugehörig erkennt. Erst das bis zum Ende ausge¬ 
sprochene Wort wird in seiner Zugehörigkeit erfafst. Auch 
hier jedoch handelt es sich nicht um die Identifizierung des 
ausgesprochenen Namens mit einem vorher durch das dauernd 
vorliegende Bild ausgelösten Lautgebilde ; denn die Frage nach 
dem inneren Vorhandensein des Namens bei dem Anblick des 
Bildes wird im Zustande der Fesselung stets von ihm durch 
Zeichen verneint. 
Ich stelle also fest, dafs in Voit beim Anblick eines Gegen¬ 
standes im Zustande der Fesselung kein Lautgebilde, weder 
das ganze Wort, noch ein Bruchteil, ja nicht einmal der An¬ 
fangsbuchstabe ausgelöst wird, dafs also bei ihm vor den Schreib¬ 
bewegungen, welche er sofort nach Lösung der Fesselung vor¬ 
nimmt, keine Klanggebilde vorhanden sind, als deren Ausdruck 
die Schreibbewegungen zu betrachten wären. Wir fragen nun : 
Sind die äufseren Buchstabenzeichen, welche bei den Schreib¬ 
bewegungen nach Lösung der Fesselung hervorgebracht werden, 
äufserliche Darstellung von innerlich gedachten Buchstaben¬ 
bildern ? Oder anders ausgedrückt : Bilden Buchstabenbildvor¬ 
stellungen die Brücke zwischen den Objektbildern und den 
Schreibbewegungen? Wir hätten dann den merkwürdigen Fall 
vor uns, dafs an Objektbilder die den Namen ausmachenden 
Buchstabenzeichen direkt gekettet wären, ohne dafs Lautge¬ 
bilde d. h. eben die Namen der Gegenstände dazwischen lägen. 
Man könnte sich diesen Zustand etwa denken bei einem 
Telegraphisten, welcher bei dem Erscheinen bestimmter Gegen¬ 
stände z. B. beim Einlaufen eines Zuges die Zeichen für die 
Laute „Zug kommt“ richtig telegraphiert, ohne dafs in ihm 
die Lautgebilde „Zug kommt“ vorhanden wären.
        

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