Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
H. Mygind: Übersicht über die phatologisch-anatomischen Veränderungen der Gehörorgane Taubstummer. Arch. f. Ohrenheilk. XXX, 1890, S. 76-118
Person:
Urbantschitsch
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14357/1/
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Litteraturberieht. 
als bei normalen Individuen und dais, gegenüber der unwesentlichen 
Abweichung bei letzteren, Geisteskranke und Verbrecher bedeutende 
Mifsbildungen der Ohrmuschel aufweisen; ähnliche Verhältnisse zeigen 
sich bei Cretins. Hervorzuheben ist noch der auffällige Befund, dafs 
einseitige Anomalien der Ohrmuschel häufiger rechterseits anzutreffen sind, 
ausgenommen die abstehenden Ohrmuscheln, die bei Männern viel häufiger 
linkerseits Vorkommen. Urbantsohitsch (Wien). 
C. Corradi. Zur Prüfung der Schallperception durch die Knochen. Arch. 
f. Ohrenheilk., Bd. XXX (1890), S. 175—182. 
Setzt man längere Zeit ein und dieselben Netzhautelemente einem 
Reize aus, indem man ein Objekt, ohne den Bulbus zu bewegen, fixiert, 
so verschwindet dieses nach einer Weile in Nebel, erscheint aber wieder 
in ursprünglicher Klarheit, wenn der Retina durch Schliefsen der Lider 
eine kurze Ruhe gewährt wird. Dies ist eine bekannte Erscheinung. 
Verfasser knüpft nun seine Erörterungen an die Beobachtung eines ähn¬ 
lichen Ermüdungsphänomens seitens des Nervus acusticus : „Wird eine 
auf dem Warzenfortsatz schwingende Stimmgabel, sobald die Schall¬ 
empfindung aufgehört hat, entfernt und dann wieder nach ungefähr zwei 
Sekunden genau an die frühere Stelle angesetzt, so erneuert sich in 
vielen Fällen die Empfindung und dauert eine gewisse Zeit fort; derart 
kann sich die Empfindung bei gesunden Leuten, je nachdem, 1,2, zu¬ 
weilen auch 3 oder 4 mal wiederholen. Mehr als 4 mal wäre im allge¬ 
meinen als anormal zu betrachten.“ C. nennt die erste Empfindung 
primär (S. P.): die folgenden renascentes oder sekundär (S. &); die 
gesamte Dauer von der ersten Empfindung bis zur letzten durata to¬ 
talis (I). TA Die erste Empfindung ist die längste. Vermehrung der 
8. S. findet statt bei Verstopfung des Gehörganges und in manchen Fällen 
von pathologisch vermehrter Reizbarkeit des Hörnerven. Vollkommener 
Mangel an S. S. fand sich als Begleiterscheinung unzweifelhafter Laby¬ 
rintherkrankung und dürfte wohl als Zeichen weit vorgeschrittener 
Störung der nervösen Elemente zu deuten sein. Die Thatsache des Vor¬ 
kommens von S. S. warnt vor dem Irrtum, wenn eine Stimmgabel, die 
auf der einen Seite nicht mehr gehört wird, auf die andere gesetzt 
würde, eine S. P. auf dem zuletzt geprüften Ohr zu wähnen, während es 
sich in der That um eine gleichzeitige S. S. auf dem andern handelt. 
Dies ist also bei Hörprüfungen wohl zu beachten. Die weiteren Aus¬ 
führungen des Verfassers sind von rein otiatrischem Interesse. 
Schaefer (Jena). 
H. Myoind. Übersicht über die pathologisch - anatomischen Verände¬ 
rungen der Gehörorgane Taubstummer. Arch. f. Ohrenheilk. XXX. 
(1890), S. 76—118. 
Die von Mygixd vorgenommene Zusammenstellung von 118 Sektions¬ 
befunden an den Gehörorganen Taubstummer ergiebt die häufig vor¬ 
kommenden pathologischen Zustände des Labyrinthes von Taubstummen 
(80 mal unter 118 Fällen), wobei Vestibulum und Cochlea beinahe gleich 
häufig erkrankt erscheinen (bei 40 %) ; aufiallend erscheint die bedeutende 
Häufigkeit einer Anomalie der Bogengänge, welche sogar in ca. 20 Fällen
        

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