Bauhaus-Universität Weimar

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Justus Gaule. 
Fasern weiter. An der Stelle, wo sie pus dem Netz hervor¬ 
geht, liegen die Zellen dichter, bilden einen Zellenstrang, der 
sich mit dem ausgeschiedenen Mark belegt. Die Ausscheidung 
des Marks ist der Grund für die Sonderung, die Isolierung, sie 
ist auch der Grund, weshalb diese Faser sich allmählich senk¬ 
recht zu dem Netz stellt. Das will ich versuchen zu erklären: 
Die Nervenfaser stellen wir uns, seit Ranviebs Entdeckungen, 
vor als eine Kette von Schnürgliedern, die durch eine Kitt¬ 
substanz miteinander in Verbindung sind, und von denen jedes 
einer Zelle entspricht. Ranviee hatte indes angenommen, dafs 
der Aehsencylinder an dieser Gliederung nicht teilnähme, 
sondern als ein ries'ger Fortsatz einer Ganglienzelle durch diese 
ganze Zellkette hindurchgesteckt sei. Dementgegen hat Ekgel- 
maxn nachgewiesen, namentlich auf Grund des Absterbens des 
Achsencylinders von Schnürglied zu Schnürglied bei der Degene¬ 
ration, dafs der Aehsencylinder unterbrochen sei, dafs er auch 
aus einzelnen, dem Schnürglied entsprechenden Stücken bestehe. 
Ferner hat Kühne unsere Anschauung durch die wichtige 
Entdeckung bereichert, dafs in der anscheinend homogenen 
Markscheide das Neurokeratinnetz steckt, welches sichtbar wird, 
wenn man die fetthaltigen Substanzen des Myelins unter hohem 
Druck extrahiert. Dieses Netz gleicht durchaus der netzartigen 
Struktur des Plexus, aus welcher der Nerv entstand. 
Denken wir uns das Mark weg, also den Nerven bestehend 
aus dem Aehsencylinder, dem Neurokeratingerüst und dem mit 
dem letzteren in Zusammenhang stehenden Kern. Dann wird es 
deutlich, dafs die Nervenfaser einem Teil des Netzes, aus dem 
sie entstanden ist, gleicht. Der Aehsencylinder hierbei entspricht 
dem Sekret der Nervenwurzel. Er teilt mit demselben die 
Reaktion gegen Gold, sowie die meisten Färbungen, wie ich 
oben schon hervorhob. 
Rings um dieses Sekret, dasselbe cylinderartig einhüllend, 
fände sich das Netz der resorbierenden Zellen, welche jetzt in 
einer langgestreckten Kette angeordnet sind. Man wird nun 
fragen: Wenn dieses Verhältnis sich soweit fortsetzt, wird da 
auch der Aehsencylinder etwa von dem Keratinnetz der Mark¬ 
scheide resorbiert? Und wenn dies geschieht, warum ver¬ 
schwindet er nicht? Ja, er wird auch resorbiert, und er ver¬ 
schwindet nicht, weil er fortwährend wieder ausgeschieden 
wird. Das ist eine neue Thätigkeit, der wir seither im Nerven
        

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