Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mroavczik: Das hysterische Gesichtsfeld im wachen und hypnotischen Zustande. Neurolog. Centralblatt 1890, No. 8, S. 230
Person:
Peretti
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14318/1/
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Litteratarbericht. 
höchst selten, in der Regel findet eine kleine Verschiebung statt. Sieht 
man die beiden Farben, von denen die eine die Wiedergabe der anderen 
sein soll, unmittelbar nebeneinander, so sieht man sofort den Unterschied; 
sieht man sie nicht nebeneinander, so fällt die Abweichung im allgemeinen 
nicht weiter auf, wenn nur auf die nachgebildete Farbe noch einiger- 
mafsen die allgemeine Bezeichnung der vorbildlichen (rot, gelb u. s. w.) 
anwendbar ist. Nur für den Farbenblinden kann allerdings auch in einem 
solchen Falle die Abweichung sich noch bemerkbar machen; dann näm¬ 
lich, wenn die Verschiebung über die von ihm neutral gesehene Farbe 
hinausgeht. Es ändert sich für ihn dann der Farbenton, und das ist bei 
dem Vorhandensein von nur zwei Farbentönen etwas sehr Auffallendes. 
So verhält es sich offenbar in dem Falle L. C’s. Die künstlich nach¬ 
gebildete Farbe liegt von seinem neutralgesehenen Rot etwas nach Rot 
hin, wie die natürliche etwas nach Blau hin. Der Unterschied ist so 
gering, dass er bei der blofs gedächtnismäfsigen Vergleichung von dem 
Normalsehenden nicht bemerkt wird; L. C. aber sieht das eine Mal eine 
bläuliche, das andere Mal eine gelbliche Farbe Man darf deshalb nun aber 
nicht sagen, dafs der Farbenblinde unter Umständen Farben unterscheiden 
kann, die das normale Auge identisch sieht, denn identisch sieht das 
normale Auge solche Farben in keinem Falle; sondern man mufs sagen,, 
dafs schwache Farbenunterschiede, die für den Normalsehenden nichts 
Aufsergewöhnliches haben, für den Farbenblinden unter den oben be¬ 
stimmt angegebenen Umständen etwas so Frappierendes gewinnen können, 
dafs er sie selbst bei blofs mentaler Vergleichung noch bemerkt. 
Ebbinghaus. 
Mroavczik. Das hysterische Gesichtsfeld im wachen und hypnotischen 
Zustande. Neiirolog. Centralblatt. 1890. No. 8. S. 230. 
Verfasser beobachtete bei einer Hystero-Epileptischen, dafs äufsere 
Reize, wie Riechen von Äther, Bestreuen der Zunge mit Salz, Reizung 
des Gehörnerven durch eine schwingende Stimmgabel, Applikation von 
Wärme oder Äther auf die Hand konstant eine bedeutende Erweiterung 
des an sich konzentrisch verengten Gesichtsfeldes herbeiführten. In der 
Hypnose war das Gesichtsfeld um mehrere Grade gröfser, als im wachen 
Zustande, und peripherische Reize hatten ebenfalls die erwähnte Wirkung, 
Übereinstimmend mit den Beobachtungen Thomsens und Oppenheims und 
Schieles von dem Einflüsse der Gemütsstimmung auf die Ausdehnung 
des Gesichtsfeldes fand Verfasser bei suggerierter Freude eine Erweiterung, 
bei suggeriertem Leid eine Einengung des Gesichtsfeldes. 
Peretti (Bonn). 
J. Loeb und Th. T. Groom. Der Heliotropismus der Nauplien von 
Baianus perforatus und die periodischen Tiefenwanderungen pelagi¬ 
scher Tiere. Biolog. Centralblatt. Bd. X. No, 5 u. 6. 1. Mai 1890. 
S. 160—178. 
Im Anschlufs an seine früheren Untersuchungen über den Helio¬ 
tropismus der Tiere (s. diese Zeitschr. I. S. 125) stellte Verfasser an 
den Larven (Naupliusstadium) gewisser niederer Crustaceen (Baianus
        

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