Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
H. Höffding: Über Wiedererkennen, Association und psychische Aktivität. Fortsetzung des Referates in Heft 4 und 5, S.358 f. Vierteljahresschr. f. wiss. Phil. XIV., 2, S. 191-205, XIV., 3, S. 293-316
Person:
Schumann
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14307/2/
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Litteraturbericht. 
Unterschiedes oder der Ähnlichkeit zwischen A und B, welche im Be- 
wufstsein hervorspringe als etwas, das wir allerdings vorbereitet hätten 
durch das Wechseln der Aufmerksamkeit, dessen Charakter wir jedoch 
nicht beherrschen könnten. Das Vergleichen successiv ein tretender 
Empfindungen lasse sich auf das Vergleichen gleichzeitiger Empfindungen 
zurückführen, da die zuerst eingetretene Empfindung entweder im Be- 
wufstsein bis zum Eintritt der zweiten festgehalten werde oder beim 
Eintritt der zweiten wieder in das Bewufstsein zurückgerufen werde. 
Aus diesem freien und unwillkürlichen Vergleichen soll sich dann das 
freie willkürliche Vergleichen, das eigentliche Denken entwickeln, 
welches die Fähigkeit voraussetze, sich ein Ziel zu stecken. Durch eine 
Analyse dieses eigentlichen Denkens wird nachzuweisen gesucht, dafs 
kein Grund vorhanden ist, ein von dem Associationsvermögen ganz ver¬ 
schiedenes Denkvermögen (Schätzungsvermögen) anzunehmen. 
Nachdem Verfasser schon im dritten Abschnitte mit Hilfe einer 
psychophysischen Hypothese über die Grundlagen der Vorstellungs¬ 
reproduktion nachzuweisen gesucht hat, dafs die Association nur eine 
Form der psychischen Aktivität sei, beschäftigt sich derselbe im letzten 
Abschnitt mit der Frage, ob wir ein unmittelbares Bewufstsein davon haben, 
die Ursache von etwas innerhalb oder aufserhalh unseres Selbst zu 
sein. Das Resultat der Untersuchung ist, dafs wir kein unmittelbares 
Bewufstsein der Aktivität haben, dafs wir vielmehr Aktivität und 
Kausalität erst aus den in der Wahrnehmung gegebenen Successions- 
verhältnissen erschliefsen. Am Schlufs der Abhandlung sucht dann 
der Verfasser noch dem Begriff der psychischen Aktivität eine etwas 
gröfsere Bestimmtheit zu gehen, als er bisher hatte. 
Schumann (Göttingen). 
Berichtigung zu der Bibliographie für 1889. 
S. 376: Die Überschrift gehört vor No. 206. 
8. 397 : No. 617 Schischmanow gehört unter VI c S. 394. 
S. 411: Nachzutragen ist Meynert, Th., Amentia, die Verwirrtheit. Jahr¬ 
bücher f. Psychiatrie IX (1889) S. 1—112.
        

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