Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Max. Falk: Versuche über die Raumschätzung mit Hilfe von Armbewegungen. Inaug.-Dissertation, Dorpat 1890, 57 S.
Person:
Külpe, Oswald
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14302/1/
Litteraturbericht. 
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bei fortgesetztem Abtragen dünner Schichten der Epiphyse, ja wurde eher 
stärker, wenn endlich das blofsgelegte Mark gereizt ward. Hiernach 
läfst es sich zwar nicht mit Sicherheit entscheiden, oh die Gelenkober¬ 
fläche empfindlich ist, da der Reizerfolg auf Eortleitung des Reizes in 
die tieferen Schichten bezogen werden kann; doch „darf wohl die Be¬ 
rechtigung, die Gelenkenden als Substrat einer Sensation anzusehen, be¬ 
reits anerkannt werden.“ Schaefer (Jena). 
Max. Falk. Versuche über die Raumschätzung mit Hilfe von Arm¬ 
bewegungen. Inaug.-Dissertation. Dorpat 1890. 57 S. 
Der Verfasser, ein Schüler von Kraepelin, untersuchte die Unter¬ 
schiedsempfindlichkeit für Raumgröfsen, die durch Bewegungen des 
rechten Armes erzeugt wurden. Er bediente sich hierbei eines leicht 
beweglichen Wagens, welcher dem Unterarm eine feste Grundlage bot, und 
der Methode der Minimaländerungen, der r. u. f. Fälle, der mittleren Fehler 
und einer kombinierten Methode. Die letztere besteht darin, dafs die 
innerhalb der Unterschiedsschwelle (oder eigentlich zwischen dem 
Gleichheits- und Überm er klichkeitspunkt) liegenden Werte der Me¬ 
thode der Minimaländerungen teils nach der Methode der r. u. f. Fälle, 
teils nach derjenigen der mittleren Fehler in Rechnung gezogen werden. 
Auf diese Weise liefsen sich unter Anwendung desselben Verfahrens der 
konstante und variable Fehler, das Präzisionsmafs, welches nach Fechner 
der U. E. proportional gesetzt wurde, und die Unterschiesdsschwelle 
bestimmen. Die Resultate waren im wesentlichen folgende: 
1. Kleine Distanzen werden gröfser, gröfsere kleiner reproduziert, 
der Indifferenzpunkt liegt für die Vorwärtsbewegung etwa bei 7—8 cm, 
für die Rückwärtsbewegung etwa bei 15 cm. Innerhalb dieser Grenzen 
befinden sich die im praktischen Leben häufigst vorkommenden Be- 
wegungsgröfsen. Auf den konstanten Fehler der Reproduktion, welcher 
nicht mit dem Urteil über die Fehldistanz in Übereinstimmung steht, 
zeigte sich die jeweilige Endlage des Armes von Einflufs. Verfasser 
vermutet daher, dafs der von Lob gefundene Zusammenhang zwischen 
dem konstanten Fehler und dem Verkürzungsgrad der thätigen Muskeln 
auch hier vorliege. Der für die Bewegung erforderliche Kraftaufwand 
(durch verschiedene Belastung des Wagens variiert) zeigte sich ohne 
Einflufs, Übung verringerte den konstanten Fehler. 
2. Die absolute U. E. ist am geringsten bei kleinen Distanzen, wächst 
aber sehr schnell, um von 5 cm an nur langsam zuzunehmen. Bei 
gröfseren Strecken (10—20 cm) konkurriert sie mit der bei Augenmafs- 
versuchen gefundenen. Für die Rückwärtsbewegung ist sie geringer 
als für die Vorwärtsbewegung. Ein Einflufs der Geschwindigkeit und 
des Kraftaufwandes auf die U. E. war nicht erkennbar, ebenso wenig ein 
solcher der (auf einem Kymographion verzeichneten) Bewegungsform 
oder der Geschwindigkeit der einzelnen Phasen der Bewegung und der 
Übung. 
3. Die relative U. E. ist nicht konstant.
        

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