Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
R. Kayser: Über den Weg der Atmungsluft durch die Nase. Zeitschr. f. Ohrenheilk., Bd. XX, 1889
Person:
Urbantschitsch
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14299/1/
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Litteraturbericht. 
der Schneckenbasis, die tieferen von den oberen Schneckenwindungen 
aus zur Perception gelangen, so stimmt dieser histologische Befund mit 
dem nachweislichen Ausfall der höchsten Töne bei Kesselschmieden 
vollständig überein. Die Ursache dieses Nervenschwundes dürfte in der 
besonders starken Einwirkung der hohen Töne bei Kesselschmiedarbeiten 
zu suchen sein, vielleicht in der besonderen Empfindlichkeit, die unser 
Ohr gegen hohe Töne aufweist, derzufolge die Einwirkung eines starken 
Schalles überhaupt, ohne Rücksicht auf die Tonhöhe, auf den basalen 
Teil der Schnecke vorzugsweise schädlich einwirken dürfte. 
U kb ants cm Ts ch (Wien). 
Eugen Dreher. Die Physiologie der Tonkunst. Halle a. S. 1889, C. E. 
M. Pfeifer (Robert Stricker). Preis M. 2.40. 
Den ersten Teil dieser über 100 Seiten umfassenden Abhandlung 
durchzieht als roter Faden die Aufzählung der fundamentalsten That- 
sachen der Akustik, z. B. der, „dafs die Luftteilchen in der Richtung 
des Schallstrahles (longitudinal) erzittern“; dafs, wenn die Schwingungs¬ 
zahl zu grofs oder zu klein ist, jede Tonwahrnehmung „schweigt“; dafs 
hinreichend tiefe Töne auch die Tastnerven „erzittern lassen“ u. s. w. 
An diese Erörterungen knüpfen sich dann überall physikalische, physiolo¬ 
gische und psychologische Auseinandersetzungen. Von diesen sei nur 
folgendes erwähnt. Dr. bezeichnet das „Herausfühlen“ der Partialtöne 
einer schwingenden Saite als eine akustische Täuschung (S. 61). Die 
Möglichkeit, durch Resonatoren die Teiltöne hörbar zu machen, sei kein 
Beweis für ihre objektive Existenz, „da die Resonatoren nichts weiter 
aussagen können, als dafs sie verhältnismäfsig stark von der sie treffen¬ 
den Luftwelle erschüttert werden“ (S. 60). Auf die durch eine derartige 
Auffassung mehr als nahegelegte Frage, warum bei jedem Klange nur 
bestimmte und nicht beliebige Resonatoren angesprochen werden, geht 
Verfasser nicht ein. S. 45—47 wird der, dem Referenten leider nicht 
ganz verständlich gewordene Nachweis geführt, dafs, wenn Grundton 
und Oktave zusammenklingen und gleichsinnige Schwingungsrichtung 
am Anfang jeder Sekunde statthat, ein Kombinationston auftritt, dessen 
Schwingungszahl um 1 von der Differenz der Schwingungszahlen der 
Primärtöne verschieden ist. Wäre dieser Schlufs richtig, so müfsten 
offenbar unter den in Rede stehenden Umständen Schwebungen hörbar 
werden, was aber bekanntlich nicht der Fall ist. — Der zweite Teil der 
Physiologie der Tonkunst ist lediglich ästhetischen Betrachtungen gewidmet. 
Schaefer (Jena). 
R. Kayser. Über den Weg der Atmungsluft durch die Nase. Zeitschr. 
f. Ohrenheilk., Bd. XX (1889). 
Aus den experimentellen Untersuchungen Paulsens an Leichen¬ 
köpfen ergab sich, dafs der in die Nase eindringende Luftstrom die 
Richtung nach aufwärts einschlägt, entlang dem Nasendache verläuft 
und nach unten bogenförmig abfällt; der untere Nasengang bleibt vom 
Luftstrom unberührt.
        

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