Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
J. Habermann: Über die Schwerhörigkeit der Kesselschmiede. Arch. f. Ohrenheilk., Bd. XXX, S. 1-25, 1890
Person:
Urbantschitsch
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14293/1/
Litteraturbericht. 
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perforates), die in grofsen Scharen im Meere pelagisch leben, eine Anzahl 
von Versuchen an, welche einerseits zur Feststellung derselben Erschei¬ 
nungen führten, die schon vom Verfasser bei seinen früheren Versuchen 
gefunden waren, andererseits aber noch die interessante Erscheinung 
der Umkehrung des Heliotropismus aus positivem in negativen und 
umgekehrt wahrnehmen liefsen, in ganz genau derselben Weise, wie 
sie Strasbtjrgbr früher für manche Algenschwärmer nachgewiesen hat. 
Während nämlich die Nauplien morgens ganz früh sämtlich positiv helio- 
tropisch waren (d. h. sich zum Lichte hin bewegten), wurden sie mit 
zunehmender Helligkeit nach und nach alle negativ heliotropisch. Tiere, 
die mittags aus dem Dunkeln in das Licht gebracht wurden, zeigten sich 
ebenfalls zuerst alle positiv heliotropisch und wurden erst nach einiger 
Zeit, bei gröfserer Lichtintensität schneller als bei geringerer, negativ 
heliotropisch. Es geht also daraus hervor, dafs die Umkehr nicht auf 
einen periodischen Wechsel der Empfindlichkeit bei Tag und Nacht be¬ 
ruhen kann. Bei einer gewissen sehr geringen Lichtintensität scheinen 
die Tiere dauernd positiv heliotropisch zu bleiben. 
Aus diesem Verhalten ergiebt sich mit Notwendigkeit die eigen¬ 
tümliche Thatsache, dafs die Nauplien nachts sich an der Oberfläche 
des Meeres aufhalten, während sie bei Tage bis in eine gewisse Tiefe 
hinabsteigen, um gegen Abend wieder die Oberfläche aufzusuchen etc. 
Auch die Jahresperiode der Tiefenwanderung könnte event, auf diese Er¬ 
scheinungen zurückzuführen sein. Eine Verallgemeinerung der heliotro- 
pischen Ursache für die Tages- und Jahresperioden der Tiefenwanderungen 
aller pelagischen Tiere dürfte indessen vor der Hand noch nicht am 
Platze sein. Verworx (Jena). 
J. Habermann. Über die Schwerhörigkeit der Kesselschmiede. Arch. f. 
Ohrenheilk., Bd. XXX (1890). S. 1—25. 
Verfasser untersuchte 31 Kesselschmiede auf das Gehör und wies 
bei allen eine Schwerhörigkeit verschiedenen Grades nach, die durch die 
Einwirkung der intensiven Geräusche bei der Arbeit entstanden war. 
Bei allen Untersuchungspersonen war das Gehör besonders für hohe Töne 
hochgradig herabgesetzt ; eine ähnliche Beobachtung stellte Bürkner an 
Lokomotivführern an, ferner Gradenigo an 2 Steinmetzen und 2 Müllern, 
Bezold an Scheibenschützen, Schwartze nach einem Lokomotivpfiff. Be¬ 
sonderes Interesse bietet der Befund dar, den Habermann an den beiden 
Schnecken eines 75jährigen Kesselschmiedes vorfand: die Untersuchung 
der Schnecke ergab nämlich an beiden Gehörorganen einen Schwund der 
Nerven in der Schneckenbasis, der gegen das untere Ende der Schnecke 
zunehmend stärker erschien; es wurden daselbst nur wenige Ganglien¬ 
zellen im Canalis ganglionaris angetroffen und nur spärliche, dünne 
Nervenfasern, bei vollständigem Fehlen des Cortischen Organes. Weiter- 
nach aufwärts dagegen, der Schneckenspitze zu, zeigten sich die Ganglien 
zellen in zunehmender Anzahl, die Nervenstämmchen nur etwas ver¬ 
schmälert, sonst normale "V erhältnisse. Da nun die höchsten Töne von 
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