Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A. Charpentier: Recherches sur l'intensité comparative des sons d'après leur tonalité. Arch. de phys. norm. et path., No. 3, S. 496-507, 1890
Person:
Schaefer
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14283/1/
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LitteraturbericJit. 
J. R. Ewald. Der Acusticusstamm ist durch Schall erregbar. Berlin. Min. 
Wochenschr. 1890. No. 32. S. 731. 
Tauben, denen auf beiden Seiten das gesamte Labyrinth entfernt 
worden war, reagierten schon wenige Stunden nach der Operation leb¬ 
haft auf Schall und hörten auch dann nicht schlechter, wenn zudem 
noch das äufsere Trommelfell und die Columella herausgenommen und 
sämtliche Federn kurz abgeschnitten wurden. 
Die Annahme, dafs der Acusticusstamm wirklich Schallempfindlich¬ 
keit besitzt, konnte Ewald endgültig dadurch beweisen, dafs es bei 
einigen der operierten Tauben gelang, den Acusticusstamm durch Kro- 
tonöl oder Arsenpaste zur Degeneration und Atrophie zu bringen und 
dafs dann die Tiere nunmehr völlig taub waren. Peretti (Bonn). 
J. R. Ewald. Über motorische Störungen nach Verletzungen der Bogen¬ 
gänge. Centralbl. f. d. mediz. Wissensch. 1890. No. 7 und 8. 
Verfasser konstatierte bei Tauben nach Herausnahme des rechten 
Utrikularapparates eine Abnahme der Muskelkraft auf der ganzen rechten 
Seite. Um das rechte Bein zu strecken, genügte ein viel geringerer Zug 
als links ; der rechte Flügel funktionierte bedeutend weniger kräftig als 
der andere, und ein ähnliches Verhalten zeigten die Drehmuskeln des 
Halses. Dem entsprechend war auch der Widerstand gegen passive 
Bewegungen rechts weit weniger ausgesprochen als links. Verfasser 
schliefst hieraus, dafs normalerweise beständig vom Ohrlabyrinth sen¬ 
sible Reize ausgehen, welche die Muskelkontraktion beeinflussen. 
Es ist nicht recht einzusehen, welcher Art diese Reize z. B. bei 
absolut unbewegtem Kopfe, wo also ein etwaiger Einflufs von Endolymph¬ 
strömungen nicht in Frage kommt, sein sollen; man müfste sich denn, 
wie übrigens E. auch zu thun scheint, der Annahme zuneigen, dafs die¬ 
selben akustischer Natur seien. Es bleibt abzuwarten, ob sich hierfür 
stichhaltige Gründe anführen lassen, und ob es nicht vielmehr gerecht¬ 
fertigter sein dürfte, die in Rede stehenden Erscheinungen auf irgend 
welche durch den operativen Eingriff gesetzte Funktionsstörungen be¬ 
nachbarter Gehirnregionen zu beziehen. Schaefer (Jena). 
Charpentier, A. Recherches sur l’intensité comparative des sons d'après 
leur tonalité. — Arch, de phys. norm, et path. 1890, No. 3. S. 496—507. 
Verfasser unterzog sich der Aufgabe, für Töne von verschiedener 
Höhe, aber genau gleicher Amplitude den Abstand festzustellen, bis zu 
welchem die Tonquelle vom Ohr entfernt werden mufs, damit der Ton 
eben verschwindet, mit anderen Worten die Schwelle erreicht wird. Es 
war nicht leicht, die geforderte Gleichheit der Amplituden zu erreichen. 
Mehrere Methoden mussten wieder verworfen werden. Am geeignetsten 
erwies sich die Anwendung eines für den vorliegenden Zweck etwas 
modificierten Spieldosenwerkes. Die wesentlichen Bestandteile eines 
solchen bilden bekanntlich eine kammartig gezähnte Metallplatte und 
ein rotierender Cylinder, besetzt mit Stacheln, welche die verschiedenen 
Zähne, und zwar — worauf es gerade hier ankommt — immer um die¬ 
selbe Strecke aus der Gleichgewichtslage bringen, also in Schwingungen
        

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