Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
J. Hirschberg: Diabetische Kurzsichtigkeit. Centralbl. f. pr. Augenheilk., 14. Jahrg., S. 7-8
Person:
König, Arthur
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14272/2/
Li itéra turbericht. 
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ihm, hierbei stets das Vorhandensein von Zuckerharnruhr nachzuweisen. 
Die Kurzsichtigkeit ist hier durch eine in der chemischen Zusammen 
Setzung der Linse eingetretene Veränderung zu erklären. 
Arthur Kon»;. 
Herbert Spencer, The Origin of Music. Mind, Okt. 1890, S. 449—468. 
Spencer bekämpft zuerst die ÜARWiNsche Lehre vom Ursprung der 
Musik aus der Liebeswerbung der Tiere. Vögel singen auch bei anderen 
Gelegenheiten und aus anderen Motiven. Singen und Liebeswerbung 
stehen nicht im Kausalverhältnis, sondern sind Wirkungen einer gemein¬ 
samen Ursache, des Überschusses an Lebenskraft. Die den Menschen 
zunächststehenden höheren Tiere singen' nicht. Unter den Liedern der 
Wilden finden sich verhältnismäfsig wenige Liebeslieder und keines, 
welches auf den Zweck der Liebeswerbung von seiten des Mannes zu 
deuten wäre. Die Gründe scheinen mir im ganzen treffend, aber nicht 
alle neu. Sodann verteidigt Sp. seine eigene bekannte (übrigens auch 
keineswegs originale) Theorie, den Ursprung des Singens aus erregtem 
Sprechen, gegen Gurnet, dem er ungenügende Kenntnis der allgemeinen 
Entwickelungsgesetze vorwirft. Dafür verstand sich aber Gurnet besser 
auf die Musik. Sp. ignoriert immer noch den Hauptpunkt, dafs Musik 
im engeren Sinne auf die Verwandtschaftsverhältnisse der Töne ge¬ 
gründet ist. Bei allen Ähnlichkeiten und Wechselwirkungen zwischen 
Singen und Sprechen bildet dieser Umstand eine scharfe Grenze. Dann 
geht Sp. auf die Gründe des musikalischen Vergnügens näher ein und 
findet selbst, dafs wesentliche Züge der entwickelten Musik aus seiner 
Hypothese nicht ableitbar sind. Was er hier vorbringt, hätte er bei 
Sullt (Sensation and Intuition) viel besser durchgeführt finden können. 
Natürlich kennt er um so weniger meine ausführliche Studie über ihn 
selbst, Darwin, Sullt und Gurnet. Er schliefst mit Citaten begeisterter 
Schilderungen der Zigeunermusik, welche, wie er meint, jedes weitere 
Argument für seine Theorie überflüssig machen. „The origin of music 
as the developed language of emotion seems to be no longer an inference 
but simply a description of the fact.“ Welcher Schnitzer! Language 
of emotion und emotional language ist doch zweierlei. Für die alte 
Trivialität, dafs die Musik Sprache des Gefühls ist, bedurfte es keiner 
seitenlangen Citate aus Eeisewerken; etwas anderes wird aber durch 
diese wirklich nicht bewiesen. C. Stumpf (München). 
Höffding. Über Wiederkennen, Association und psychische Aktivität. 
Vierteljahrschr. f. wiss. Phil. XIV., 2, S. 191—205: XIV., 3, S. 293—316. 
(Fortsetzung des Iteferates in Heft 4 und 5, S. 358 f.) 
Der vierte Abschnitt beschäftigt sich mit dem Verhältnis zwischen 
Vorstellungsassociation und vergleichender Denkthätigkeit. Verfasser 
unterscheidet zwischen einem freien unwillkürlichen und einem freien 
willkürlichen Vergleichen. Wenn man zwei Gegenstände A und B, die 
gleichzeitig im Gesichtsfelde vorhanden seien, miteinander vergleiche, 
so bewege sich die Aufmerksamkeit zwischen beiden hin und her. Das 
Resultat dieses Überganges der Aufmerksamkeit sei die Auffassung des
        

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