Bauhaus-Universität Weimar

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Aus Mangel genauer Befchreibungen läfst ficb nicht 
mit Gewifsheit Tagen, ob der Mangel des Magens mit 
dem Fehlen des zehnten Nerven oder eines Theiles des 
Rückenmarkes zufammenfällt. In Folge d.es letztem Ge- 
Tetzes fehlen im Allgemeinen gewiffe Theile des Darm- 
kanals, der Harn - und Gefchlechtswerkzeuge, ohne dafs 
fie an einen beftimmten Punkt des Rückenmarkes ge¬ 
knüpft fcheinen. Wenigftens müfste man diefen verhiilt- 
nifsmäfsig zu ihrer Lage ziemlich hoch Tuchen, und Hoden 
und F.ierftock fcheinen mit einer gleich hohen Gegend 
des Markes als die Niere, und einer hohem als das Ende 
des Darmkanals, der Blafe und die übrigen Theile des 
Zeugungsfyftems, in Beziehung zu flehen. 
Ziemlich oft habe ich die uiivollkommne Entwick¬ 
lung fich auf eine ganze Seite des Körpers erl’trecken und 
den Hoden und Hie Niere gleichmäfsig gehemmt gefehen, 
eine Thatfache, welche die Wirkung eines paaren Organs, 
wie die Centraltheile des Nervenfyftems, anzudeuten 
fcheint. 
Din Einwärtskrümmung der Fafse und mehr oder 
weniger ausgedehnte Verftüinmlungen. derfelhen lallen 
fich aus derfelhen Quelle hcrleiten. Die erftere hängt 
überall von einer zu Schwachen Nerventhätigkeit ab, die 
fich bekanntlich, auch wenn lie allgemein ift, vorzüglich 
in den hintern Nerven und den Muskeln des Stammes 
und der untern Gliedmaafsen ausfpricht, u'nd da nicht 
befremden kann, wo lieh nur ein mehr oder weniger 
zerftörter Theil des Rückenmarkes findet. Die Häufigkeit 
der Verftüinmlungen der Zehen erklärt lieh aus ihrem 
Nervenreichthum und ihrer Entfernung vom Herzen. 
Bei diefer Gelegenheit kann ein merkwürdiger Fall 
eine Stelle linden. Ein hydrocephalifcher Fötus hatte an 
der rechten Hand einen verftümmelten Mittel - und Ring¬ 
finger, doch hing das Ende des mittlem noch durch 
einen Faden an. Die Umerfchenkel waren mit röth- 
1 ich en Phlyktänen bedeckt, der linke halte oben einen 
queren, bis zu dem Knochen dringend en Einfcbnitt, d of¬ 
fen Wände überall vernarbt waren. Offenbar würde die¬ 
fer Fötus, wäre er länger in der Gebärmutter gemieben, 
mit einem amputirten und vernarbten Unterschenkel gebo¬ 
ren worden feyn, und man hätte dieUcberbleiblel davon
        

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