Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
H. Münsterberg: Beiträge zur experimentellen Psychologie, Heft 3: Neue Grundlegung der Psychophysik. 122 S., Freiburg i. B. 1890, Akad. Verlagsbuchhandlung von I. C. B. Mohr
Person:
Martius, Götz
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14254/5/
Besprechungen. 
203 
den Armbewegung bei zunehmender Reizstärke, obgleich die Reize regel¬ 
los zwischen schwachen, mittleren und starken fortwährend wechselten“. 
Eine zweite Versuchsgruppe (Tab. IV, V, VI, S. 77, 78) umfafst ähnliche 
Vergleichungen von Licht-, Gewicht- und Schallpaaren (hier wog die 
Kugel 10 g) mit Augenmafsgröfsen (die konstante Punktdistanz war 
gleich 50 mm). Dasselbe Resultat. Sodann wurden aus den letzten drei 
Tabellen, die den ungefähr gleichen Augenmafsgröfsen entsprechenden 
Licht-, Schall- und Gewichtspaare berechnet und unter einander gleich¬ 
gesetzt (Tab. VII, VIII, IX, S. 81), ein Verfahren, das in der voraus¬ 
gesetzten Gleichheit der betreffenden Muskelempfindung wohlbegründet 
ist; und endlich wurde jedes der letztgenannten drei Reizpaare mit jedem 
auch direkt im Versuch verglichen (Tab. X bis XV, S. 82, 83). Auch 
hier ergab sich stetige Zunahme der Durchschnittsvergleichszahlen. 
Vergleicht man die durch Berechnung gefundenen Werte mit den durch 
Versuch gefundenen, so sind die letzteren durchweg etwas gröfser als 
die ersteren. M. folgert daraus aber nichts gegen die Verläfslichkeit der 
Muskelempfindungen, sondern nimmt die Zeitfolge für die Erklärung in 
Anspruch ; der Unterschied des ersten Reizpaares wird nach ihm überall 
überschätzt (S. 84). 
Es werden endlich in Tab. XVI und XVII (S. 85) Vergleichungen 
von je zwei Gewichtsreihen untereinander hinzugefügt. In Tab. XVI 
stieg das erste Reizpaar von 30 g bis 200 g in Stufen von 20, 25 und 
50 g und das konstante Anfangsgewicht des zweiten Paares war 300 g; 
in Tab. XVII wechselte umgekehrt das erste Reizpaar zwischen dem 
regelmäfsigen Anfangsgewicht von 300 g his 2000 g in Stufen von 200, 
250 und 500 g, und das konstante Anfangsgewicht des zweiten Reizpaares 
betrug 30 g. Wieder sind die Vergleichsreihen stetig ansteigend. Bildet 
man aber die Quotienten der sich entsprechenden Vergleichsgröfsen mit 
den Anfangsreizen (die relativen Unterschiede), so entsprechen keines¬ 
wegs den gleichen Verhältniszahlen des ersten Reizpaares gleiche Ver¬ 
hältniszahlen des zweiten. Vielmehr entspricht der gleichen Quotienten¬ 
reihe des ersten Reizpaares 
È- A 
3 ’ 2 ’ 
10 5_ 
3 ’ 1 ’ 
20\ 
3 / 
das eine Mal, 
wenn das erste Reizpaar aus den kleinen Gewichten gebildet wird die 
^ 296 431 688 871 1223 1704 , , , 
Reihe 300 ’ 300 ’ 300’ W’ W’ goo ™d das andere Mal, wenn dxe 
grofsen Gewichte die erste Reihe bilden, die Reihe -g^-, 
68 108 141 
30 ’ 30 ’ 30 
-äjr-, Tjjr-. M. schliefst aus diesen Zahlen aber nicht, dafs, wenn man 
oU oU 
an ihnen das WEBERSche Gesetz messen will, von einer Gültigkeit des¬ 
selben nicht mehr gesprochen werden kann, sondern dafs derselbe relative 
übermerkliche Unterschied hei schwachen Reizen kleiner erscheint als 
bei grofsen. Auch wie dieser „selbe relative Unterschied“, der doch eine 
Muskelempfindung ist, so verschieden erscheinen kann, wird nicht erklärt. 
An die Versuche schliefst sich noch eine Berechnung, wie grofs 
durchschnittlich der relative Lichtzuwachs (Schallzuwachs, Gewichtszu¬ 
wachs) sein mufs, um demselben Bewegungszuwachs gleichgeschätzt zu 
Zeitschrift für Psychologie. 14
        

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