Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
W. Bechterew: Über Erscheinungen, die nach Zerstörungen verschiedener Teile des Nervensystems bei neugeborenen Tieren beobachtet werden, und über die Entwicklung der Gehirnfunktionen bei denselben. Medizinskoje Obosrenje 1890, No 4. Ref. i. Neur. Centralbl. v. Rosenbach
Person:
Kronthal, P.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14246/2/
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Li itéra turbericht. 
Aus dieser Thatsache wie auch aus dem Umstand, dafs die marklosen 
Partien für den elektrischen Strom nicht erregbar sind, schliefst Ver¬ 
fasser, dafs sie, solange sie kein Mark haben, überhaupt nicht an den 
Funktionen des Nervenapparates teilnehmen. 
Die Markentwickelung erfolgt übrigens sehr rapid in den ersten 
Lebenstagen, die Funktionen der Sinnesorgane und Bewegungsapparate 
treten im gleichen Verhältnisse mit der Markentwickelung auf. 
Kronthal (Berlin). 
O. Schwarz. Über die Wirkung des konstanten Stroms auf das nor¬ 
male Auge. Archiv für Psychiatrie, Bd. XXI, 2. 1889. 
Die eigenen Versuche des Verfassers ergaben zunächst in Überein¬ 
stimmung mit dem Resultate der Untersuchungen von Helmholtz’, dafs 
die Netzhaut durch den galvanischen Strom partiell erregbar sei und dafs 
die im Gesichtsfelde genau zu lokalisierenden Lichterscheinungen durch 
direkte Wirkung auf die Netzhaut entstehen. Zugleich brachten die 
Versuche den Beweis, dafs diese partielle galvanische Erregung nicht in 
der Nervenfaserschicht, sondern nach aufsen von ihr und zwar in den 
radiären Netzhautelementen, wahrscheinlich in der Zapfenschicht zu 
Stande kommt. Die betreffenden Elemente kommen in Katelektrotonus 
bei der Richtung des Stroms von den Ganglienzellen zu den zugehörigen 
Zapfen (bei Schliefsung des aufsteigenden und Öffnung des absteigenden 
Stroms) und in Anelektrotonus bei entgegengesetzter Stromrichtung. 
Eintritt in Katelektrotonus (oder Austritt aus Anelektrotonus) erzeugt 
bei nicht zu schwachen Strömen eine von einer „kurzwelligen Farbe“ 
begleitete Lichtempfindung, welche auch die Empfindung des objektiven 
Lichts beeinflufst. Eintritt in Anelektrotonus (oder Austritt aus Kate¬ 
lektrotonus) bewirkt eine Herabsetzung der Erregbarkeit, die sich in Ver¬ 
minderung der Empfindung des Eigenlichts der Netzhaut und in einer 
geringen und rasch vorübergehenden, aber deutlichen Herabsetzung der 
Empfindlichkeit für objektives Licht kundgiebt. Die Eintrittsstelle des 
Sehnerven weicht in Bezug auf die Erscheinungen von der übrigen Netz¬ 
haut ab, nach von Helmholtz vermutlich infolge ihres durch anatomische 
Verhältnisse bedingten, abweichenden Leitungswiderstandes. — Ob stär¬ 
kere Ströme auch in den Nervenfasern der Netzhaut und des Sehnerven 
eine Erregung bewirken, was ja an sich zu vermuten wäre, läfst sich 
erst nach Untersuchung geeigneter pathologischer Fälle feststellen. 
Die im zweiten Teile der Arbeit besprochenen Untersuchungen über 
den Einflufs des konstanten Stroms auf die Empfindlichkeit der Netzhaut 
gegen objektives Licht in Beziehung auf Sehschärfe, Licht- und Farben¬ 
sinn und die Nachbilder führten zu dem Resultate, dafs der konstante 
Strom im stände ist, einen langdauernden Folgezustand im Sehorgane zu 
bewirken, der sich in einer Erhöhung der Empfindlichkeit für objektives 
Licht verschiedener Qualität, wenigstens in der Peripherie der Netzhaut
        

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