Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die chemischen Bedingungen für die Entstehung des Herzschlages
Person:
Merunowicz, J.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit1424/16/
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Dr. Merunowicz, 
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sind, so tritt nun die Thatsacho hervor, dass die lliluligkeit der 
Pulse zunimmt, wenn der Gehalt der Krnährungsllüs3igkeil im 
Blut in der Abnahme begriffen ist. Diese Regel gilt, wie ich noch 
einmal betone, zunächst nur für die ersten Schlage, welche un¬ 
mittelbar nach jeder neuen l''üllung auftrelen. 
Indem man die Ergebnisse dieser Vergleichung kurz zu- 
sammenfasst, könnte man sagen, der höhere Proccnlgehalt der 
Ernährungsfltlssigkeil im Blut steigert die Erregbarkeit des Mus¬ 
kels, der niedere dagegen beschleunigt die Entladung der Reize. 
Wollte man aber diesen Satz durch den vorliegenden Ver¬ 
such noch nicht für begründet erachten, so würde man ihm doch 
jedenfalls zngestehen müssen, da'ss es nothwendig sei, bei der 
Betrachtung verschiedener Ernährungsflüssigkeilen die Wir¬ 
kungen derselben auf den Umfang der Zusa mmenzieh- 
ung und auf die Entwickelung der Reize wesentlich 
auseinander zu halten. Diese Bemerkung wird in ihrer vollen 
Bedeutung in den nun folgenden Versuchsreihen hervortreten, 
in welchen ich statt des Blutes Salzlösungen in das Herz füllte. 
Wirkung einer wässerigen Lösung von 0.6pCt. 
chemisch reinen Kochsalzes. Kommt eine solche Lösung 
in das Innere der Herzspitze, so verändern sich die Eigenschaften 
der Muskeln zugleich mit denen des inneren Erregerwerkes. Um 
ihre Wirkungen zu beobachten, führte ich zuerst durch die 
Spitze so lange die Kochsalzlösung, bis sie vollkommen wasser- 
klar aus derselben abfloss. Darauf wurde die ins Freie füh¬ 
rende Röhre geschlossen, und das Herz jedesmal unter einem 
bekannten Drucke gefüllt. War dieses geschehen, so liess ich 
das Herz in das Manometer hineinarbeiten, und entfernte erst 
nach dem Verlaufe von Minuten die bis dahin vorhandene In¬ 
haltsporlion und ersetzte dieselbe durch eine neue. Bei diesem 
Verfahren fallt selbstverständlich der Anfang der registrirten 
Beobachtungen nicht zusammen, mit dem Beginn der Kochsalz¬ 
wirkung auf das Herz. Um den Unterschied dieser beiden Zeiten 
nicht so zu verlängern, dass hierdurch ein wichtiges Stadium 
der Wirkung ausfallt, ist es geboten, das AusspUlen des Blu¬ 
tes nach Kriillen zu beschleunigen. Gewöhnlich reicht der 
Durchgang von 20 bis 26 Ccm. Lösung aus, um dio gewünschte 
Absicht zu erreichen.
        

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