Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Histologisches von den großen Zellen in den Vorderhörnern. Neurol. Centralbl. 1890, No. 2. Selbstanzeige
Person:
Kronthal, P.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14239/1/
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lÀtteraturbericht. 
und die Gesetze des Gleichgewichts der Kräfte der Elementarteile zu ent¬ 
wickeln. Zu dieser Lösung aber wird hier ein thatsächlicher Beitrag 
geliefert, indem festgestellt wird, dafs jeder Easer der Wurzeln eine 
bestimmte Anzahl von Fasern in der weifsen Substanz entsprechen, und 
gezeigt wird, welche physiologische Bedeutung diesem Verhältnis inne¬ 
wohnt. Julius Gaule (Zürich). 
P. Kronthal. Histologisches von den grofsen Zellen in den Vorder¬ 
hörnern. Neurol. Centralbl. 1890. No. 2. Selbstanzeige. 
An frischen in einer eigentümlichen Art gefärbten Zellen aus den 
Vorderhörnern des Rückenmarks erkenne ich deutlich die fibrilläre Stuktur 
der Fortsätze und massenhafte Fibrillen, die sich im Innern der Zelle 
kreuzen. Stellenweise gelingt es eine Faser zu verfolgen, welche 
durch einen Fortsatz in die Zelle eintritt, dieselbe durchsetzt und in 
einem anderen Fortsatz verläfst. Ich vermute als Sinn dieser Ein¬ 
richtung, dafs die der Zelle durch eine Faser zugeführte Erregung, die 
jedenfalls Bewegung ist, in ihr den sämtlichen sie durchsetzenden übrigen 
Fasern mitgeteilt werde. 
Rabl-Rückhard. Sind die Ganglienzellen amöboid? Eine Hypothese zur 
Mechanik psychischer Vorgänge. Neurohg. Centralblatt 1890. No. 7. 
S. 199. 
Ausgehend von der Annahme, dafs das Protoplasma in seiner höch¬ 
sten Differenzierung, wie sie uns in den Hirnzellen entgegentritt, Ge¬ 
dächtnis hat und dafs unsere ganze höhere geistige Thätigkeit nur die 
stets wechselnde Kombination der in den Molekülen der Ganglien auf¬ 
gespeicherten Einzelvorstellungen ist, möchte Verfasser als einen „hin¬ 
geworfenen, vielleicht fruchtbaren Gedanken“ die in Betreff ihrer Mög¬ 
lichkeit vorerst nicht anzuzweifelnde Hypothese aufstellen, dafs die 
Protoplasmafortsätze der höheren Ganglienzellen, aus denen das nervöse 
Netzwerk (Neurospongium Waldeyers) im Gehirn hervorgeht, dem Spiel 
amöboider Veränderungen unterworfen seien und auf diese Weise durch 
eine wechselnde Verbindung untereinander den Austausch und die Kom¬ 
bination der verschiedenen Einzelvorstellungen vermittelten. Ein ab¬ 
gerissener Gedankenfaden würde dann zum abgerissenen Protoplasma¬ 
faden einer Gedächtniszelle, eine geistreiche Kombination wäre die Ver¬ 
bindung verschiedener Ganglienzellen, deren Protoplasmafortsätze mit 
besonders lebhaften amöboiden Bewegungen ausgestattet wären etc. — 
ein mechanisches Verständnis psychischer Vorgänge wäre damit an¬ 
gebahnt. Peretti (Bonn). 
A. Delbrück. Zur Lehre von der Kreuzung der Nervenfasern im chiasma 
nervorum opticorum. Archiv f. Psychiatrie u. Nervenhrankh. 1890. Bd. XXI 
Eine genauere anatomische Untersuchung eines Falles läfst den 
Verfasser auch mit der Mehrzahl der Forscher den Standpunkt ver¬ 
treten, dafs sich die Fasern des Sehnerven nicht vollständig kreuzen, 
sondern ein Teil ungekreuzt zur gleichseitigen Netzhaut gelangt. 
Kronthal (Berlin).
        

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