Bauhaus-Universität Weimar

nacli 3, 3 und melirern Stunden; eben fo fteJJt ficf, 
erft um diele Zeit die Todtenerftarrung ein, aber die 
Fäulnifs erft nach Verflufs einiger Tage. Dagegen ift 
die Nervenreizbarkeit meiftens fchon wenige Minuten 
nach dem Aufhören der Lebensverrichtungen erlofchen 
Nie fahen wir es ftarke Zuckungen veranlaffen - 
von den Ausleerungen beförderte es öfters die des Harns - 
nur einige Vögel, denen ès beigebracht worden, erbra¬ 
chen fielt. Die damit vergifteten Tltiere drücken zwar 
keinen Schmerz aus, allein da die Muskeln hiezu un¬ 
fähig find, fo läfst fielt nicht behaupten, da fs fie keinen 
leiden. In den damit getüdteten Thieren findet man 
keine Veränderung, aus welcher man mit Sicherheit 
auf diefeTodesart fchliefsen könnte. Meiftens, nament¬ 
lich bei allen den Thieren, die nicht fehlte]] durch die- 
fes Gift getödtet worden , find die gröfseren Venen, oft 
auch die Höhlen des Herzens, mit dunklem Blute ange¬ 
füllt, Leber und Lungen reich an Blut, in den letztem 
oft viele braunè Flecken. In den übrigen Organen 
konnte ich keine bemerkliche Veränderung wahrneh¬ 
men , ungeachtet ich öfters das Gehirn, Rückenmark 
u. f. w. forgfältig unterfucht habe '). 
Das Blut bleibt zwar in den Gefäfsen längere Zeit 
nach dem Tode flüffig, allein nach Ablauf einiger Stun¬ 
den gerinnt es darin, und wenn man es aus den Ge¬ 
fäfsen herausläfst, und der Luft ausfetzt, fo erfolgt die 
l) lcli habe ' 2war bei den durch diefes und andere Gifte eetüdte- 
ten Thieren bisweilen rothe Flecken im Darmkanal, und Auf¬ 
treibung der Gefäfse von einzelnen Theilen wahrgenommen, 
allein da diefes nicht fonft der Fall war, To zähle ich diefe Er- 
febeinungen um fo weniger zu den Zufällen desamerikanifchen 
Giftes, der Blaufäure u. f. w., als die Störung der Refpiration, 
Welche diefe Gifte veranlaffen, leicht jene Erfcheinungen her- 
vorbringen kann, und fie bei kiinftlicher Unterhaltung der- 
felben nicht leicht Vorkommen, 
M. d. Archiv. IR. 2. 
O
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.