Bauhaus-Universität Weimar

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aber Heriffant*) und Fontana1 3) Verfuche über die 
Gifte, womit die Indianer am Amuzonenfluffe ihre 
Pfeile vergiften, und über feine Wirkung auf den thieri- 
fchen Körper angei'tellt. 
Brocklesby bediente fich zu feinen Verfnchen des 
Lamagiftes, das Ulloa der königlichenSocietät zu Lon¬ 
don mitgetheilt hatte ; Heriffant theils blofs des Ticunas, 
theils einer Mifchung von dem Lama und Ticunas, das 
Condamine in dem füdlichen Amerika gefummelt; Fon¬ 
tana endlich des Ticunas, das Don Pedro Maldonado 
von den Ufern des Amazonenfluffes gefammelt hatte. 
Die Zufammenfetzung des Ticunas und Lamagiftes 
ift nicht hinlänglich bekannt, man weifs blofs, dafs es 
aus Pflanzen bereitet wird. Nach Condamine ift es 
der Extract von 30 Arten von Kräutern und Wurzeln. 
Humboldt hatte leider nicht Gelegenheit, die Pflanzen, 
welche dazu verwendet werden, näher kennen zu lernen. 
Das Lamagift kennt man eben fo wenig in Abficht auf 
die Pflanzen, welche zu feiner Bereitung verwendet 
werden. Nach Heriffant foil es mehr Wirkfamkeit, als 
das Ticunas haben, fie aber bald verlieren, übrigens 
diefelben Zufälle im thierifchen Körper wie diefes er> 
regen. 
§. 2. Das Woorora oder Wurali wird nac’u 
Bankroft ?) von den Indianern in Guiana bereitet, welche 
er Worrows, Accowaws und Arrowauks nennt; es 
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- ............ 
1) Philofoph. Transact. T. 4.7. und Leske1 s auserlefene Abhand¬ 
lungen Th. IV. S. 35. 
2) Deffen Abhandlung über das Viperngift, die amerikanifchen 
Gifte u. f. w. Berlin 1787. 
3) Schreber über das Pfeilgift der Amerikaner und die Gevvüch« 
fe, aus denen es bereitet wird, S. Naturfo?jchcr. Halle, 
8t. 15. S. 12?.
        

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