Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Oxydation von Glycocoll, Leucin und Tyrosin, sowie über das Vorkommen der Carbaminsäure im Blute
Person:
Drechsel, Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit1421/7/
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Dr. E. Drkchskl, 
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Vorrichtung bedient : An eine mit einem Hahn versehene Trich- 
lerrühre lölhet man unterhalb des Hahnes seitlich eine Gaslei- 
lungsrühre an und setzt das Ganze in den Tubulus der Retorte 
ein; dioFlüssigkeit lillrirt man zweckmassig direct in den Trich¬ 
ter, wahrend inan die Retorte mit Wasserstoffgas füllt, und ist 
dies geschehen, so öffnet man den Hahn und die Flüssigkeit 
flicsst in die Retorte, ohne dass Luft mit hineingelangl. 
Nachdem die Flüssigkeit in die Retorte gefüllt ist, wird sie 
nllmUhlig zum Sieden erhitzt, wobei der entweichende Gassirom 
durch verdünnte reine Salzsaure streichen muss; letztere wurde 
nach viertelstündigem Sieden gewechselt. Schon bevor die 
Flüssigkeit ins Kochen geräth, trübt sie sich und während des 
Siedens bildet sich stets ein Niederschlag in grösserer oder ge¬ 
ringerer Menge; nach halbstündigem Kochen wurde der Versuch 
unterbrochen, und im Wasserstoffström erkalten gelassen. Der 
Niederschlag wurde nach dem Absitzenlassen und Decantiren 
der überstehenden Flüssigkeit in ein Probirröhrchen gebracht, 
schnell etwas erwärmt und ein Tropfen conc. Salzsäure hinzu- 
gefügt : er löste sich unter schwachem Auf brausen. Der an der 
inneren Wandung der Retorte sitzen gebliebene Antheil des Nie¬ 
derschlages wurde rasch mit Wasser abgespült, soviel als mög¬ 
lich abtropfen gelassen und ebenfalls mit einem Tropfen concen- 
trirtcr Salzsäure geprüft, auch hier fand Lösung unter schwa¬ 
chem , aber vollkommen deutlichem Aufbrausen statt. Zu be¬ 
merken ist noch, dass dieser an der Retorlenwandung fest¬ 
sitzende Theil des Niederschlages deutlich kryslallinisch erschien , 
ln der vorgeschlagenen Salzsäure liess sich leicht nach Ueber- 
sättigen mit Kalilauge durch Nessler'sches Reagens Ammoniak 
nachweisen und zwar in der ersten Parthie immer viel mehr als 
in der zweiten, welche nur Spuren davon enthielt. ) 
Durch die mitgetheilten Versuche, welche nicht nur einmal, 
sondern mehrere Male angestellt wurdon und mit Ausnahme 
eines einzigen zweifelhaften stets dasselbe positive Resultat er¬ 
geben haben, ist mit voller Sicherheit nachgewiesen, dass im 
Serum des llundeblutes CarbaminsUure, resp. ein Salz derselben 
verkömmt. Ich habe mich durch einen besonderen Versuch 
überzeugt, dass eine verdünnto Lösung von reinem carbamin- 
saurem Ammon mit 3 Vol. Alkohol und etwas Chlorcalcium ver¬ 
setzt ganz klar bleibt, dass aber der.gelatinöse Niederschlag, 
welcher durch Kalilauge in dieser Flüssigkeit erzeugt wird, nach
        

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