Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über das Erkennen der Schallrichtung
Person:
Kries, Johannes A. von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14198/6/
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v. Kries. 
lokalisierte gleichmäfsig beide bald nacb vorn, bald nach hinten, 
der andere dagegen fast alle nach vorn. 
Zu schon etwas günstigeren Resultaten führten die Versuche 
über die Unterscheidung von oben und von unten kommender 
Schallreize ; dieselben wurden so angeordnet, dafs die Schallquelle 
in beiden Fällen sich etwas nach vorn vom Beobachter befand. 
Wir erhielten bei Anwendung einer Pfeife von Beobachter B. 
18 richtige und 8 falsche Urteile (in einem Falle kein Urteil), 
von Beobachter Ke. 15 richtige und 8 falsche Urteile (in zwei 
Fällen kein Urteil). 
Auch eine Versuchsreihe über die Unterscheidung von 
hinten und oben kann hier angereiht werden, bei welcher das 
oben erwähnte Zusammenklappen zweier Münzen als Schallreiz 
diente. Wir erhielten bei Beobachter B. 10 richtige, 10 falsche 
und 11 halbrichtige, bei K. 16 richtige, 6 falsche und 9 halb- 
richtige Urteile. Unter halbrichtigen sind hier solche verstanden, 
bei denen die Schallrichtung um 45° falsch wahrgenommen 
wurde, also z. B. hinten-oben angegeben, während der Schall 
gerade von oben oder gerade von hinten kam. 
Die zunächst naheliegende Annahme, dafs der Grund für 
die Schwierigkeit der Medianlokalisation in der bei all diesen 
Versuchen bestandenen unregelmäfsigen Variierung der Reize 
zu suchen sei, erwies sich indessen bei der Fortsetzung der 
Versuche als nicht zutreffend. Es wurden vielmehr in späteren 
Reihen, zum Teil wohl infolge besserer Einübung, zum Teil 
auch, wie zu erwähnen sein wird, durch die Anwendung an¬ 
derer Reize, erheblich bessere Resultate erhalten. 
Die Versuche über Höhenlokalisation (Unterscheidung von 
vorn-unten und vorn-oben) ergaben zunächst bei dem einen Beob¬ 
achter (Ke.) bei Anwendung eines einfachen Knalls nur 1 falsches 
Urteil auf 18 richtige (neben 5 Fällen, in denen kein Urteil ab¬ 
gegeben werden konnte). Der andere Beobachter lieferte bei dem 
gleichen Versuche 15 falsche auf 32 richtige Urteile (2 Fälle 
ungewifs), unterschied also wenig besser als in den ersten Fällen. 
Noch günstigere Resultate ergab ein späterer Versuch an 
mir selbst, in welchem wegen gesteigerter Komplikation der Ver¬ 
suche ein ungünstigeres Resultat hätte erwartet werden können. 
In Hinblick nämlich auf die Annahme, dafs irgend welche leichte 
Modifikation der Schallqualität die Lokalisation bedingt, liefsen 
wir in dieser Reihe vorn und hinten 7 verschiedene Geräusche
        

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