Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die kleinsten wahrnehmbaren Gesichtswinkel in den verschiedenen Teilen des Spektrums
Person:
Uhthoff, W.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14193/5/
Uber die kleinsten wahrnehmbaren Gesichtswinkel. 
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wonnenen Ergebnisse über die Höbe der erreichbaren Seh¬ 
schärfe in den verschiedenen Teilen des Spektrums. Ich er¬ 
innere hier auch an die Angaben Werthheims (1. c.), der eben¬ 
falls einzelne Versuche über die gröfstmögliche Sehschärfe im 
farbigen Licht (farbige Gläser) angestellt hat und kurz anführt, 
dafs im roten und grünen Licht die Sehschärfe im wesent¬ 
lichen dieselbe sei, wie für gemischtes Licht ; für Blau dies 
nachzuweisen, war ihm jedoch nicht möglich, da ihm kein 
geeignetes homogenes Glas zur Verfügung stand. 
Wenn ich mich den Ausführungen von v. Helmholtz an- 
schliefse und nicht den Abstand 2 Drähte resp. die Dicke 
1 Drahtes als kleinstes Objekt rechne, sondern die Breite eines 
Drahtes und eines Zwischenraumes zusammen genommen, so 
beträgt für Koenig der kleinste Gesichtswinkel 65,6 Sekunden, 
die dazu gehörige Netzhautbildgröfse 0,00468 mm, und für mein 
eigenes Auge Gesichtswinkel = 55,2 Sekunden und dazu ge¬ 
hörige Netzhautbildgröfse = 0,004 mm. Hierbei ist zu be¬ 
merken, dafs bei Prof. Koenig mit einer Myopie von 10 D die 
Netzhautknotenpunktdistanz wohl ziemlich sicher gröfser als 
der in Eechnung gezogene Wert ist. Wir können daraus nach 
v. Helmholtz den Schlufs ziehen, dafs der Durchmesser der per- 
cipierenden Elemente in der Netzhautgrube jedenfalls nicht 
kleiner als 0,00234 mm und nicht gröfser als 0,00468 mm für 
Koenig ist, und für mich zwischen 0,002 mm und 0,004 mm hegt ; 
denn der kleinste erkennbare Abstand zwischen den einander 
zugekehrten Rändern zweier Drähte beträgt = 0,00234 mm 
(Koenig) und 0,002 mm (Uhthoff) ; würde der Durchmesser eines 
percipierenden Elementes noch kleiner sein, so müfste auch 
ein noch kleinerer Abstand von einem normalen Auge erkannt 
werden, da wir annehmen können, dafs jedenfalls nicht mehr 
als 1 percipierendes Element von dem Bilde eines Stäbchens 
gedeckt zu sein braucht, um denselben als schwarzen Zwischen¬ 
raum empfinden zu lassen. Auf der andern Seite aber hegt 
auf der Hand, dafs der Durchmesser des percipierenden Ele¬ 
mentes gröfser sein kann, als das kleinste Netzhautbild eines 
einzelnen Drahtes ; denn, selbst wenn die Oberfläche des perci¬ 
pierenden Elementes noch aus dem dunklen Bilde eines 
Drahtes in die benachbarten hellen Bilder der angrenzenden 
Zwischenräume hineinragt, so wird doch noch eine Empfindung 
einer lichtleeren Lücke ausgelöst werden, so lange das be-
        

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