Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Wahrnehmung und Lokalisation von Schwebungen und Differenztönen
Person:
Schaefer, Karl L.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14189/18/
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Karl L. Schaefer. 
18. Dies findet nun auch statt, wenn die Gabeln — in 
diesem Falle wieder auf Resonanzkasten — so weit jederseits 
vom Ohre entfernt aufgestellt werden, dass die Primärtöne 
durch Vermittelung der Luftleitung beide Gehörorgane treffen. 
Befindet sich dabei beispielsweise die leisere Gabel links und 
dämpfe ich den Ton rechts durch Anlegen des Fingers, so dafs 
seine Intensität endlich geringer wird als die des anderen, so 
zieht sich der Differenzton entsprechend aus dem linken Ohre 
in das Innere des Kopfes zurück, um allmählich ganz auf das. 
rechte Ohr überzugehen. 
19. Bedient man sich wieder des Kautschuckschlauches wie¬ 
in Versuch 16, und setzt auf ihn rechts und links von der 
Mitte eine der Gabeln, welche ungleich laut angeschlagen 
werden, so wird, wie Herr Dr. Axmann und ich übereinstimmend 
fanden, der Differenzton stets auf die Seite der leiseren verlegt. 
Am leichtesten überzeugt man sich hiervon, wenn man die 
Gabeln abwechselnd in kurzen Pausen anschlägt. Im Momente 
des Anschlagens springt jedesmal der Dififerenzton auf das 
Ohr der entgegengesetzten Seite über. 
Zum Schlüsse die Ergebnisse der Versuche über die Lo¬ 
kalisation Tartinischer Töne zusammenfassend, finden wir, dafs 
man den Dififerenzton zwischen die Ohren (in die Medianebene) 
verlegt, wenn beide Gabeln in der Medianebene aufgestellt, 
sind, oder wenn die Primärtöne von verschiedenen Seiten 
derselben kommen, ihre relative Intensität aber gleich ist. 
Wenn beide Primärtöne den Beobachter von derselben Seite 
treffen, wird der Dififerenzton in oder unmittelbar vor dem 
Ohre eben dieser Seite gehört; dagegen auf der Seite der 
leiseren Gabel, wenn der eine Ton von rechts, der andere von 
links kommt, und die relative Intensität beider ungleich ist 
Dafs man ihn in diesem Falle im Gegensatz zu den Schwe¬ 
bungen auf die Seite des schwächeren Primärtones verlegt,, 
dürfte seinen Grund darin haben, dass auf dieser Seite ein für 
seine Wahrnehmbarkeit günstigeres Intensitätsverhältnis der 
primären Töne obwaltet und er demgemäfs überhaupt nur oder 
wenigstens überwiegend laut auf dieser Seite auftritt : das. 
stärker erregte Ohr ist aber bekanntlich bei der Lokalisation 
einfacher Töne mafsgebend für die Bestimmung der Richtung.
        

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