Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Wahrnehmung und Lokalisation von Schwebungen und Differenztönen
Person:
Schaefer, Karl L.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit14189/15/
Lokalisation von Schicebungen und Differenstönen. 
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9. Einmal aufmerksam gemacht auf die That,sache, dafs 
zur Wahrnehmung des Differenztones hei Aufstellung der 
Gabeln rechts und links vor dem Ohre grofse Ungleichheit der 
absoluten Tonintensitäten Bedingung sei, gelang es mir, auch 
Differenztöne zu hören, wenn ich Gabeln ohne Resonanzkasten 
unmittelbar vor die Ohren hielt. Ich benutzte dazu eine Serie 
von 11 Gabeln, deren Tonhöhe mit je einem Abstand von 100 
Schwingungen von 1000 bis 2000 ansteigt. Wurden die Gabeln 
möglichst ungleich stark angeschlagen und eventuell, nachdem 
sie vor die Ohren gebracht, der Intensitätsimterschied durch 
Entfernen oder Drehen der einen um ihre Längsaxe noch 
passend modifiziert, so konnte ich in etwa der Hälfte der Ver¬ 
suche den Tartinischen Ton deutlich hören. Die Versuchsanord¬ 
nung war dabei meist die, dafs die Gabeln erst, nachdem ich 
sie in passende Lage vor die Ohren gebracht, von einem 
Assistenten angeschlagen wurden. Lag der Differenzton sehr 
tief (100 und 200), so hörte ich ihn selten; dagegen vernehme 
ich regelmäfsig den Differenzton (500) der Gabeln 1000 und 
1500 resp. 1500 und 2000. Sehr störend ist das rasche Ver¬ 
klingen der Gabeln: der Differenzton ist in der Regel nur für 
einen Moment hörbar. Auch sei die Intensität des lauteren 
Primärtones nicht zu grofs, da es sonst nicht gelingt, die Auf¬ 
merksamkeit vorwiegend auf den leiseren zu lenken. Begünsti¬ 
gend wirkt die ununterbrochene Fortsetzung der Versuche 
längere Zeit hindurch; indessen wird die so erworbene Übung, 
wie ich in vollster Übereinstimmung mit Stumpf1 finde, sehr 
bald wieder verloren. 
Um reinere Resultate zu erzielen, gab ich in einer Reihe 
anderer Versuche dem Differenzton einen intermittierenden Cha¬ 
rakter, eingedenk der Thatsache, dafs Schwebungen viel eher 
und deutlicher gehört werden, als Tartinische Töne. 
10. Es wurde demgemäfs eine Gabel 512 mit Resonanzkasten 
in der Medianebene der Stirn gegenüber aufgestellt, während 
die Gabeln 2000 und 1500 vor beide Ohren verteilt waren. 
Nachdem alle drei angeschlagen, hörte ich auch aus dem Kasten 
kommende Schwebungen der Töne 500 und 512; aber nicht 
mit der erwarteten Deutlichkeit. Andere analoge Versuche 
1 A. a. O. S. 249.
        

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